Bilddokumente und Informationen zur Geschichte des Dorfes Kuschkow aus der Spreewaldregion in der Niederlausitz

 

 

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Kuschkow am nördlichen Rand der Niederlausitz

Das Dorf Kuschkow liegt im nördlichen Grenzland der Niederlausitz zur ehemaligen Mark Brandenburg, der nördliche Rand der Niederlausitz ist gleichzeitig der Nordrand der Region Unterspreewald, vom frühen Mittelalter bis 1815 mit Unterbrechungen zu Sachsen gehörig, danach (Wiener Kongress) zur preußischen Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Frankfurt. Von 1952 bis 1990 gehörte das Dorf zum Kreis Lübben im Bezirk Cottbus der DDR. Seit 2003 ist Kuschkow ein Ortsteil der Gemeinde Märkische Heide im Landkreis Dahme-Spreewald, Bundesland Brandenburg, Postleitzahl (PLZ) 15913.

Dies ist die private Website von Doris Rauscher, aufgewachsen als Doris Jäzosch in Kuschkow, die ältere Tochter des Müllermeisters Manfred Jäzosch und seiner Ehefrau Jutta Jäzosch, geborene Thiele. Großvater war der Kuschkower Schmied und spätere Müllermeister Bernhard Jäzosch. Ziel der Website ist es, möglichst viele der noch existierenden Dokumente, Fotos und Berichte mit ortsgeschichtlichem Bezug zu Kuschkow der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Website versteht sich als persönliche Familien- und Heimatseite und gleichzeitig als sachliches Informationsangebot und digitales Archiv zur Dorfgeschichte.

Wer Fotos und Dokumente von allgemeinem Interesse sowie sonstige interessante Informationen aus Kuschkow besitzt und sie hier veröffentlichen möchte, kann sich gern telefonisch oder per E-Mail melden, Kontaktdaten siehe unten. Besonderes Interesse besteht an historischen Fotos von Gebäuden, soweit sie qualitativ brauchbar und reproduktionsfähig sind. Eventuell per Post zugeschickte Dokumente werden mit größter Sorgfalt behandelt, abfotografiert und zurückgegeben.

Die Inhalte dieser Website werden nach bestem Wissen regelmäßig aktualisiert und erweitert, je nach zur Verfügung stehenden Dokumenten und Erkenntnissen. Anregungen, Korrekturen und sonstige Hinweise werden gern entgegengenommen und eingearbeitet.

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Das Dorf Kuschkow in alten Karten und Dokumenten

Die erste, bisher bekannte und offiziell anerkannte urkundliche Erwähnung des Dorfes Kuschkow (Kuzekow) als Grenzort findet sich auf einer Urkunde aus dem Jahr 1328 über den Verkauf von Eigentum und diversen Rechten durch den Abt Dietrich von Doberlug (Dobrilugk) als damaliger Herr von Lübben (Lubin) an den Herrn des Dorfes Pretschen (Brotschin) Gunther Lange. Auf diesem Kenntnisstand erfolgt die Bestimmung des Alters von Kuschkow, im Jahr 2028 werden dann 700 Jahre gezählt, falls zwischenzeitlich keine neuen Erkenntnisse hinzukommen.

Kuschkow gehörte nach den Vermutungen der Historiker zur Burggrafschaft Lübben, später zur Landvogtei, ab 1666 als Amtsdorf zum Amt Lübben und mit Beginn der preußischen Herrschaft ab 1815 bis 1874 zum Rentamt Lübben. Da die Spree mit ihrem Bogen im Norden und im Westen die äußere Grenze der zum Amt Lübben gehörenden Dörfer bildete, nannte man das Gebiet innerhalb des Bogens vom 16. Jahrhundert an Krum(m)spreekreis (alte Schreibweise auch: Der Crumspreeische Kreis). Mit Übergang des Gebietes von Sachsen an Preußen wurden Lübben weitere Dörfer außerhalb des Spreebogens zugeordnet, was diese Bezeichnung hinfällig machte. Die Stadtbücher von Lübben, erhalten ab 1384 (ältere sind leider zerstört), geben wichtige Informationen über die Bürger Lübbens und die an Lübben abgabepflichtigen Dörfer. Im Urkundenbuch der Stadt Lübben, II. Band: Die Lübbener Stadtrechnungen des 15. und 16. Jahrhunderts, herausgegeben von Woldemar Lippert, werden Einnahmen aus dem Dorf Kuschkow (Cuskow) ab 1423 aufgeführt. Folglich müssen und können in Überlegungen zu Kuschkow die historischen Erkenntnisse um Lübben Beachtung finden.

Im Lübbener Kreis-Kalender von 1927 und 1929 findet man zwei Beiträge des Kuschkower Lehrers Fritz Wegener zur Chronik der Gemeinde (siehe Literaturverzeichnis ganz unten), 1927 sehr ausführlich zur Dorfgeschichte insgesamt (siehe direkt hier: ) und 1929 ein kurzer und im Ton sehr heroischer Bericht zur 600-Jahrfeier des Dorfes am 6. Mai 1928 (siehe direkt hier: ). Wie die folgenden Kartenausschnitte sowie die Angaben im Literaturverzeichnis belegen, gab es viele unterschiedliche Namensvarianten für Kuschkow, eine Ortsbezeichnung mit vermutlich slawischem Ursprung. In älteren Publikationen vor 1900 erscheint das Dorf gelegentlich auch in der eingedeutschten Schreibweise als Kuschkau.



Das gesamte Markgraftum der Lausitz mit Graf- und Herrschaften 1715-1724. Bildquelle: Foto der historischen Originalkarte, © Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Signatur: AKS 1317 A; oben die Gesamtansicht der Karte, unten ein Ausschnitt aus der Niederlausitz mit der (kaum lesbaren) Ortsbezeichnung "Kuska" oder "Kusca" (?). Ein anderes Exemplar dieser Karte findet man bei Wikipedia (siehe direkt hier: ), gemeinfrei, Dateibezeichnung: Lausitz_map_18thC.jpg, Bildtitel: Karte der Nieder- und Oberlausitz zwischen 1715 und 1724 von Johann Hübner & Johann Baptist, Nürnberg (ohne Jahresangabe).

Die Niederlausitz war ein Herrschaftsgebiet mit teilweise sehr unterschiedlichen Landschaftsräumen. Informationen zu Entstehung, naturräumlicher Abgrenzung und Beschreibung der Region Unterspreewald (Niederspreewald) als Teilgebiet innerhalb der Niederlausitz, zu dem auch die Gemarkung Kuschkow gehört, findet man z.B. bei Wierd Mathijs de Boer: Entstehung und Geomorphologie des Unterspreewaldes (siehe unten im Literaturverzeichnis, oder direkt hier: ).

 



Karte der nördlichen Niederlausitz um 1758, darin enthalten der "Krummspreeische Kreis" / Circulus Crumspeicensis. Bildquelle: Foto der historischen Originalkarte, © Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Signatur: AKS 1456 C; oben die Gesamtansicht der Karte, unten ein Ausschnitt mit der Ortsbezeichnung "Kuschke" (so auch bei Zwahr 1847, Niederlausitz-wendisch-deutsches Handwörterbuch, siehe Literaturverzeichnis ganz unten).

 

Preußische Kartenaufnahme 1 : 25 000 - Uraufnahme 1846, aufgenommen und gezeichnet von Winterfeld; Blattausschnitt mit der Ortslage Kuschkow. Bildquelle: Herausgegeben von der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg 2007, das Original befindet sich im Besitz der Staatsbibliothek zu Berlin ‒ Preußischer Kulturbesitz. Auch die Mühle südöstlich außerhalb des Dorfes ist eingetragen.

 



Karte der Feldmark Kuschkow 1842 / 1857. Bildquelle: Foto der historischen Originalkarte, © Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Signatur: Rep. 24 Lübben K 42 G/ÜF; zwei Ausschnitte aus der riesigen Gesamtkarte sowie das Schriftfeld mit dem Text: "Rein Karte von der Feldmark Kuschkow. Zur Krugauer Kirche gehörig. Regierungsbezirk Frankfurt, Kreises Lübben. Vermessen im Jahre 1842 durch Klein II, copirt im Jahre 1857 von L. Koch IV, Reg. Geometer."

Es handelt sich um die Separationskarte des Dorfes Kuschkow, Ursprung für die heutigen Flurkarten / Liegenschaftskarten, ein seltenes und äußerst wertvolles Dokument. Die Kuschkower Mühle ist auf dieser Karte nicht eingetragen, nach der Karte von 1846 (siehe oben) existierte sie aber. Die Karte ist nicht genordet, zum Vergleich siehe das korrekt genordete nachfolgende Messtischblatt. Das Schriftfeld war bei den gegebenen Verhältnissen im Landeshauptarchiv leider nicht anders fotografierbar.


Siedlungsstruktur:  Die detailreich gezeichnete Separationskarte zeigt sehr gut die städtebauliche / dorfbauliche Struktur von Kuschkow. Demnach handelt es sich bei dem historischen Kernbereich des Dorfes um ein Straßendorf mit stark erweitertem Straßenraum, schon im Übergangsbereich zum Angerdorf, besonders das südliche Ende der Dorfstraße ist angerartig erweitert. Ein planmäßig angelegter Dorfgrundriss ist erkennbar. Ob diese 1842 dokumentierte planmäßige Parzellierung dem mittelalterlichen Dorf aus der Gründungszeit entspricht oder ob die breite Dorfstraße erst bei einem späteren Wiederaufbau des Dorfes nach Zerstörung angelegt wurde, um etwa aus Brandschutzgründen die Hofabstände zu vergrößern oder um eine angerartige Freifläche für die Dorfgemeinschaft zwischen den privaten Höfen zu erhalten, muss offen bleiben, dazu gibt es bisher keine Erkenntnisse.

Dennoch ist Kuschkow kein Angerdorf. Es fehlt die allseitig von der Dorfstraße umschlossene zentrale Angerfläche, auf der sich ursprünglich in den meisten Angerdörfern mindestens die Kirche mit Friedhof sowie je nach Platzverhältnissen auch Schmiede, Hirten- und Küsterhaus, Schule und Spritzenhaus sowie ein Dorfteich als Viehtränke und Feuerlöschteich befanden. Eine in dieser Form als "Allmende" nutzbare Fläche gab es nie in Kuschkow zwischen den beiden Hofreihen an der Dorfstraße, die Straße war offenbar schon immer die zentrale Erschließungsachse für alle anliegenden Bauern- und Kossätenhöfe und die Dorfkirche befand sich schon immer nördlich außerhalb des Dorfes. Die heutige Bezeichnung der Dorfstraße als "Dorfanger" ist daher zumindest aus siedlungsgeschichtlicher Sicht nicht ganz zutreffend. Erst später haben sich entlang der Ausfallstraßen in Richtung Gröditsch, Pretschen und Neu Lübbenau kleinere Hofstellen entwickelt. Die alten Höfe der Bauern befanden sich an der Dorfstraße, hier liegt der Ursprung von Kuschkow, bis heute ist dies im Dorfgrundriss ablesbar. Weitere Angaben zur allgemeinen Entwicklung der brandenburgischen Dorfformen siehe hier:

Interessante Informationen zum Vergleich bietet auch der Ausgrabungsbericht zum Dorf Horno von 2004 vor seiner Zerstörung durch Abbaggerung für den Braunkohletagebau: Henker / Kirsch, Dorfgründungen in der Lausitz, dort Seite 179 mit einer Zeichnung der Dorfanlage (siehe unten, Literaturverzeichnis, oder direkt hier: ). Das mittelalterliche Dorf Horno hatte eine mit Kuschkow vergleichbare Struktur, ein Straßendorf mit einer sehr breiten Dorfstraße, hier jedoch mit einer einseitigen Erweiterung zum echten Anger mit Kirche und Friedhof sowie Dorfteich am Ende der Straße, es wird deshalb zu Recht als Straßenangerdorf bezeichnet, eine Mischform aus Straßendorf und Angerdorf. Auch die auf Basis der Grabungsbefunde vermutete Hofstruktur sowie die Giebelstellung der Bauernhäuser dürften mit dem mittelalterlichen Kuschkow vergleichbar sein.

 

Ortslage Kuschkow um 1902. Bildquelle: Karte des Deutschen Reiches 1 : 25 000, Messtischblatt 3949 Schlepzig, herausgegeben von der Preußischen Landesaufnahme 1903, einzelne Nachträge 1924, redaktionelle Änderungen (Namen, Grenzen) 1938; © BrandenburgViewer, siehe https://bb-viewer.geobasis-bb.de

Die Karte ist exakt genordet, auch die Mühle südöstlich außerhalb des Dorfes ist eingetragen, bezeichnet mit "zu Kuschkow". Die Ortsdurchfahrt in ihrer heutigen Form (B 179) existiert jedoch noch nicht, die Gröditscher Straße als Verbindungsstück zwischen Ortsmitte und dem südlichen Ende der Alten Straße (ehemals Koinzstraße) in Richtung Gröditsch ist noch nicht vorhanden, dieser kurze Straßenabschnitt wurde erst in den 1930er Jahren gebaut (1936 ?). Die Chaussee von dort an bis nach Gröditsch war bereits um 1924 entstanden bzw. auf der alten Trasse neu ausgebaut.

 

 
Kuschkow und seine wechselnden Staatszugehörigkeiten

Das Gebiet um Lübben (später Amt Lübben / Kreis Lübben) mit seinen Dörfern hat im Laufe der Zeit vielfach seine Landes- bzw. Staatszugehörigkeit gewechselt, was auch häufig wechselnde Rechtssysteme zur Folge hatte. Dies galt somit auch für Kuschkow. Hier die wesentlichen Etappen und Zugehörigkeiten der jüngeren deutschen Geschichte:

1304-1367 - Mark Brandenburg
1367-1448 - Königreich Böhmen
1448-1462 - Kurfürstentum Brandenburg (als Pfandbesitz von Böhmen)
1462-1526 - Königreich Böhmen
1526-1623 - Königreich Böhmen im Habsburgischen Kaiserreich (Österreich)
1623-1635 - Kurfürstentum Sachsen (als Pfandbesitz von Böhmen)
1635-1806 - Kurfürstentum Sachsen (dabei 1657-1738 zu Sachsen-Merseburg)
1806-1815 - Königreich Sachsen
1815-1918 - Königreich Preußen, Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Frankfurt
1918-1945 - Freistaat Preußen, Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Frankfurt
1945-1947 - Sowjetische Besatzungszone, Provinz Mark Brandenburg (formell noch im Freistaat Preußen)
1947-1949 - Sowjetische Besatzungszone, Land Brandenburg
1949-1952 - Deutsche Demokratische Republik, Land Brandenburg
1952-1990 - Deutsche Demokratische Republik, Bezirk Cottbus
seit 1990   - Bundesrepublik Deutschland, Bundesland Brandenburg, Landkreis Dahme-Spreewald


Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Kuschkow zwischen 1875 und 1971

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen verlief mit relativ geringen Schwankungen, abgesehen vom kurzfristigen starken Anstieg nach 1945 durch Flüchtlinge / Vertriebene, von denen jedoch nur ein Teil dauerhaft in Kuschkow sesshaft wurde. Die folgenden offiziellen Angaben stammen aus: Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 1999, herausgegeben durch den Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik, Potsdam 2001, Seiten 32-33. In der Kuschkower Ortschronik finden sich teilweise abweichende Zahlen.

1875 - 640 Einwohner
1890 - 578 Einwohner
1910 - 516 Einwohner
1925 - 528 Einwohner
1933 - 514 Einwohner
1939 - 506 Einwohner
1946 - 756 Einwohner einschließlich Flüchtlinge / Vertriebene als Einquartierungen oder in Behelfsquartieren
1950 - 667 Einwohner
1964 - 565 Einwohner
1971 - 543 Einwohner

 

 




Kuschkower Ortsansichten zwischen 1961 und 1972

Im Internet findet man die hervorragende Website md museum-digital (https://www.museum-digital.de), eine nach Regionen, Bundesländern und Themen sortierte Plattform, auf der große und kleine Museen Informationen zu ihren Objekten veröffentlichen können, darunter auch Fotosammlungen. Unter der Rubrik "Brandenburg" gibt es die Unterseite brandenburg.museum-digital (https://brandenburg.museum-digital.de) und dort das Heimatmuseum "Alter Krug" Zossen mit Fotos von Orten in der DDR im Zeitraum zwischen 1961 und 1972. In dieser Sammlung befinden sich auch 8 Fotos mit Ortsansichten von Kuschkow.

Alle Fotografien wurden zwischen 1961 und 1972 aufgenommen. Sie stammen aus dem Nachlass des Fotografen Günter Scheike (1921-1980) aus Zossen, eine Sammlung mit mehr als 4.400 Bildern, die inzwischen digitalisiert wurde und sich heute in der Obhut des Heimatvereins "Alter Krug" Zossen befindet, der auch das Museum betreibt. Die Bilder werden der Öffentlichkeit über das Web-Portal md museum-digital zur freien Nutzung in den Grenzen der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-SA (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, Weitergabe zu gleichen Bedingungen) zur Verfügung gestellt. Nachfolgend sehen Sie diese 8 Fotos im Zusammenhang, für die Wiedergabe hier auf der Website Kuschkow-Historie geringfügig verkleinert und mit Bildunterschriften versehen.


Kuschkow, Berliner Straße, Ortseinfahrt aus Richtung Neu Lübbenau, im Hintergrund die große Kastanie vor der Gaststätte Koschack (Copyright © Heimatverein "Alter Krug" Zossen e.V. & Günter Scheike; Lizenz: CC BY-NC-SA; Bezeichnung der Bilddatei im Original: kuschkow-ortsansicht-6-45212)

 

Kuschkow, Kreuzung Berliner Straße / Dorfstraße (links) und Kirchstraße (rechts), Blick Richtung Neu Lübbenau, Gaststätte Koschack mit Saalanbau und der großen alten Kastanie vor dem Haus (Copyright © Heimatverein "Alter Krug" Zossen e.V. & Günter Scheike; Lizenz: CC BY-NC-SA; Bezeichnung der Bilddatei im Original: kuschkow-ortsansicht-3-45209).

Der dreiteilige Gaststättenkomplex ist hier noch in der bis 1973 existierenden alten Form und mit einer Fassade aus unverputztem Ziegelmauerwerk zu sehen, das zweigeschossige Hauptgebäude offenbar gedeckt mit den nach 1900 zunehmend verbreiteten "Rautendachplatten" aus Zement. Das rechte (zur Berliner Straße giebelständige) Gebäude ist dabei der älteste Teil, das ursprüngliche Gasthaus, es wurde schon von Ernst und Auguste Guskar zwischen 1876 und 1906 betrieben, errichtet wurde es gemäß Ortschronik um oder bereits vor 1873.

 

Kuschkow, Kreuzung Berliner Straße / Kirchstraße, Blick in die Kirchstraße Richtung Kirche, links die Gaststätte Koschack (Copyright © Heimatverein "Alter Krug" Zossen e.V. & Günter Scheike; Lizenz: CC BY-NC-SA; Bezeichnung der Bilddatei im Original: kuschkow-ortsansicht-7-45213)

 

Kuschkow, Kirchstraße, Blick in Richtung Dorfstraße (Copyright © Heimatverein "Alter Krug" Zossen e.V. & Günter Scheike; Lizenz: CC BY-NC-SA; Bezeichnung der Bilddatei im Original: kuschkow-ortsansicht-4-45210)

 

Kuschkow, Dorfstraße, Blick von der Kreuzung Berliner Straße in die Dorfstraße (Copyright © Heimatverein "Alter Krug" Zossen e.V. & Günter Scheike; Lizenz: CC BY-NC-SA; Bezeichnung der Bilddatei im Original: kuschkow-ortsansicht-5-45211)

 

Kuschkow, Pretschener Straße, Blick in Richtung Pretschen, rechts der Kaufmannsladen Menz (Copyright © Heimatverein "Alter Krug" Zossen e.V. & Günter Scheike; Lizenz: CC BY-NC-SA; Bezeichnung der Bilddatei im Original: kuschkow-ortsansicht-1-45206)

 

Kuschkow, Pretschener Straße, Blick in Richtung Pretschen (Copyright © Heimatverein "Alter Krug" Zossen e.V. & Günter Scheike; Lizenz: CC BY-NC-SA; Bezeichnung der Bilddatei im Original: kuschkow-ortsansicht-2-45207)

 

Kuschkow, Dorfkirche ("Schinkelkirche", weitere Angaben siehe unten) an der Kirchstraße (Copyright © Heimatverein "Alter Krug" Zossen e.V. & Günter Scheike; Lizenz: CC BY-NC-SA; Bezeichnung der Bilddatei im Original: kuschkow-dorfkirche-45214).
Zuletzt noch eine Postkarte von Kuschkow wohl aus den 1930er Jahren, Fotograf und Hersteller unbekannt (gefunden im Internet, inzwischen nicht mehr verfügbar); die als "Keunzstraße" bezeichnete Straße hieß korrekt "Koinzstraße". Auf dem unteren Bild ist eine der früher in der gesamten Niederlausitz weit verbreiteten kleinen Eingangs-Vorlauben mit Satteldach zu sehen.

 

 




Historische Ortsansichten, Häuser und Dorfbewohner

Es folgen Aufnahmen aus privaten Sammlungen mit Ansichten des Dorfes zu verschiedenen Zeiten, auf mehreren Bildern sind Mitglieder der weit verzweigten Familie Jäzosch zu sehen:


Die Dorfkirche ("Schinkelkirche") an der Kirchstraße, links um 1970, rechts einige Jahre später, vermutlich um 1980. Das linke Foto ähnelt verblüffend dem Schwarz-Weiß-Foto oben, es könnte sich um die gleiche Aufnahme handeln, die nachträglich koloriert wurde, oder um ein Farbfoto zum gleichen Zeitpunkt vom gleichen Stativ aus.

Die evangelische Dorfkirche Kuschkow, ein rechteckiger Saalbau mit Putzfassade und Satteldach, wurde um 1830-1840 errichtet im sogenannten "Rundbogenstil" der Schinkelschule, eventuell geht der Bau sogar direkt auf einen Entwurf des Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) zurück ‒ daher die umgangssprachliche Bezeichnung als "Schinkelkirche". Am Westgiebel steht ein dreigeschossiger Kirchturm auf quadratischem Grundriss mit Eingangsportal und hohem Zeltdach mit Turmkreuz. Ein weiteres Dachkreuz befindet sich auf der Spitze des Ostgiebels.

Literatur:
Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. Aktuelle Bearbeitung durch Autorengruppe im Auftrag der Dehio-Vereinigung; Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2000; Seite 553
Hans-Joachim Beeskow: Führer durch die evangelischen Kirchen des Kirchenkreises Lübben. Evangelischer Kirchenkreis Lübben, Heimat-Verlag Lübben 1998; Seiten 120-122
Kurt Zeitzler: Aus der Geschichte der Kirchengemeinde Krugau-Kuschkow (nach alten Büchern und Urkunden der Pfarre). Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1928, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Druck von Richter & Munkelt, Lübben N-L.; Seiten 54-56. Hier können Sie diesen Beitrag als PDF lesen:

 


Oben zwei Straßenbilder aus der Zeit um 1960-1970: Links die Dorfstraße mit Blick in Richtung Süden (Richtung Dürrenhofe), dabei links der Hof mit der heutigen Hausnummer 3 und der Dorfwaage im Holzverschlag vor dem Giebel des kleineren Nebengebäudes; das Wohnhaus mit Eingangsvorlaube. Das rechte Bild zeigt die Kirchstraße mit Blick von der Ecke Berliner Straße aus, im Hintergrund der Kirchturm, vorn links die Gaststätte Koschack. Darunter noch einmal die Gaststätte um 1930 auf einer Postkarte, zum Aufnahmezeitpunkt bezeichnet mit "Gasthof Hermann Liese", Verlag Photogr.-Atelier Paul Driesener, Frankfurt a.O. (gefunden im Internet, inzwischen nicht mehr verfügbar). Am Giebel des Altgebäudes befindet sich eine Werbefläche mit der Aufschrift "Schultheiß-Patzenhofer Feldschloß-Brauerei A.G. Lübben".

 

Kinder auf der Dorfstraße (heute "Dorfanger") etwa im Jahr 1925, fotografiert vor dem Hof mit der heutigen Hausnummer 3, hier noch im älteren Zustand ohne Vorlaube, die Dorfwaage ganz links vor dem Giebel des Stallgebäudes ist aber bereits vorhanden. Der Junge in der hinteren Reihe links ist Arnold Jäzosch.

Das Foto ist aus baugeschichtlicher Sicht sehr interessant, weil es eines der Bauernhäuser noch im ursprünglichen Zustand zeigt. Das Haus könnte aus der Zeit um 1860-1880 stammen, wenn man die Fassade unter gestalterischen Gesichtspunkten betrachtet. Zu sehen ist ein für diese Zeit typisches großes massives Bauernhaus mit symmetrisch gegliederter Putzfassade, Kellersockel und Drempel mit kleinen Drempelfenstern als "Blindfenster" (geschlossene Fensternischen nur mit gestalterischer Funktion) jeweils mittig über den Hauptfenstern. Alle Tür- und Fensteröffnungen mit Segmentbögen und Stuckrahmungen mit gerader Verdachung, vierflügelige Fenster mit Sprossenteilung in den Unterflügeln, ein Fenster als Blindfenster. Ursprünglich waren die Fenster mit Klappläden ausgestattet, die Haken sind noch vorhanden. Die Fassadenfläche wurde mit Putzquaderung gestaltet (auf dem Foto kaum erkennbar). Die gesamte Fassade befindet sich in schlechtem Zustand, was nicht verwundert, weil das Satteldach wie damals üblich keine Dachrinne hat sondern eine echte Traufe, nur über dem Eingang ist ein kurzes Rinnenstück als Personenschutz eingebaut. Es handelt sich um die Westseite des Gebäudes, also die Hauptwetterseite, bei Regen und Wind ist das gesamte Regenwasser von der Dachfläche über die Fassade abgeflossen. Bei der Dachdeckung scheint es sich um eine Biberschwanz-Kronendeckung zu handeln. Gut zu sehen ist auch, dass die Dachlatten an den Giebelseiten durch untergelegte flache Holzkeile leicht angehoben wurden, damit das Regenwasser auf der Dachfläche verbleibt und nicht über die Giebelkanten abtropft.

 

Das hintere Ende der Dorfstraße (heute "Dorfanger") auf einer Postkarte von 1929, bezeichnet als "Dorfplatz", Blick Richtung Ortsausgang nach Dürrenhofe. Links das Haus mit der alten Anschrift Dorfstraße 66 (heute Dorfanger 9), davor die "Friedenseiche" mit einer Gedenktafel am Stamm: "Friedenseiche 1864 ▪ 1866 ▪ 1870-71" (Text auf der Postkarte nicht korrekt wiedergegeben), auf den Hochzeitsfotos ganz unten ist die Tafel besser zu erkennen; inzwischen ist die Eiche gefällt. Oben rechts im Bild der "Jahnstein", errichtet 1928 durch den Kuschkower Turnverein "Jahn", siehe dazu unten die Gruppenbilder zur Einweihung des Jahnsteins.

 

Margarete Jäzosch (links, mit ihren kleinen Geschwistern) und Bernhard Jäzosch (rechts), Cousine und Cousin, 1925 vor dem Haus mit der alten Anschrift Dorfstraße 66 (heute Dorfanger 9, als Neubau mit Stuckfassade wohl kurz nach 1900 errichtet, auf dem Messtischblatt von 1903 ist es noch nicht vorhanden); der junge Mann in der Mitte konnte nicht ermittelt werden; rechts der Beginn der Straße nach Dürrenhofe. Wie man sieht, war die Dorfstraße zu dieser Zeit bereits gepflastert.

Das Wohnhaus ist ein für Brandenburg typisches ländliches Wohngebäude der späten Gründerzeit (Zeit des Historismus) mit hohem Kellersockel und Drempel, Haustür und Fenster mit aufwendigen Stuckrahmungen und Verdachungen mit Segmentbogengiebel über der Tür und Dreiecksgiebeln über den Fenstern, das Satteldach gedeckt mit Doppelmulden-Falzziegeln und wie damals noch üblich ohne Dachrinne (also mit echter Traufe), nur über dem Eingang ein kurzes Rinnenstück mit Wasserspeier. Vor dem Haus steht die große "Friedenseiche" noch ohne Gedenktafel am Stamm (siehe dazu im Vergleich die Hochzeitsbilder weiter unten).

 

Familie Richard Jäzosch, die Eltern der Margarete Jäzosch (siehe oben), vor dem Haus Dorfstraße 66 (alte Hausnummer, heute Dorfanger 9), etwa um 1926 (?)

 

Die Brüder Franz Jäzosch und Arnold Jäzosch um 1925 vor ihrem alten Haus an der Dorfstraße neben der Jäzosch-Schmiede am Ortsausgang in Richtung Dürrenhofe; an dieser Stelle steht heute das Haus Dorfanger 10 (siehe das kleine Bild unten links).

 

Blick in den Hof zum alten Haus an der Dorfstraße neben der Jäzosch-Schmiede (siehe vorstehendes Foto) im April 1925, links wieder Bernhard Jäzosch, rechts mit Krücken Arnold Jäzosch.

 

Die Jäzosch-Schmiede befindet sich am Ortsausgang in Richtung Dürrenhofe, sie gehört zu den ganz wenigen Gebäuden im öffentlichen Bereich des Dorfes mit noch ursprünglich erhaltener Straßenfassade. Der Vorgängerbau wurde 1911 abgebrochen und gleich danach das hier gezeigte Ziegelgebäude neu errichtet. Von der Jäzosch-Schmiede wird gesprochen, weil es in Kuschkow auch noch den Schmiedemeister Karl Feldner mit einer eigenen Schmiede gab.

Das Bild zeigt die Schmiede im April 1925, die äußere Dorfstraße Richtung Dürrenhofe hatte zu dieser Zeit offenbar nur einen schmalen Fahrstreifen mit festem Pflasterbelag, daneben eine pferdefreundliche Sandspur (sogenannter "Sommerweg"). Hinten links ist noch das alte giebelständige Wohnhaus des Schmiedemeisters zu sehen (siehe das vorangegangene Foto). Dieses Wohnhaus wurde 1927 durch das heute noch existierende Gebäude mit Zwerchgiebel ersetzt, ursprünglich wie das Schmiedegebäude ebenfalls als Sichtziegelbau errichtet (siehe kleines Foto unten links), heute verputzt. Auf dem Foto zu sehen sind in der Mitte der Schmied und spätere Müllermeister Bernhard Jäzosch (15.7.1905-28.4.1945, mein Großvater) und rechts sein älterer Bruder, der Schmied Franz Jäzosch (4.5.1897-28.4.1945); der Mann links im Bild konnte nicht ermittelt werden.

 

Schmiedemeister Emil Jäzosch (links, mein Urgroßvater) mit seinem Sohn Franz Jäzosch (rechts) sowie dessen Ehefrau Gertrud Jäzosch (ganz links), fotografiert 1933 vor dem alten zweiflügeligen Holztor der Schmiede, darüber die alte Hausnummer 08 (heute ist die Schmiede ein Nebengebäude zum Grundstück Dorfanger 10).

 


Das neue traufständige Wohnhaus des Schmiedemeisters von 1927 ebenfalls in einer Aufnahme von 1933, noch unverputzt mit der ursprünglichen Sichtziegelfassade und großem Zwerchgiebel.

 


Links der Hof von Schneiders an der äußeren Gröditscher Straße 6 um 1960, das Wohnhaus mit Eingangs-Vorlaube zur Hofseite. Rechts der Hochzeitszug Kunze in der Alten Straße vor dem Fachwerkhaus Kunze, Alte Straße 2 (damals Koinzstraße 2 ?), wohl ebenfalls um 1960. (Beide Fotos: Familienarchiv Schneider/Paech)

 

Die Bockwindmühle zum Mühlengrundstück Wolff / Jäzosch an der äußeren Gröditscher Straße 5 um 1920-1930, die einzige noch existierende Aufnahme von dieser ehemaligen Windmühle hinter dem Hof, fotografiert über die Wiesen aus südöstlicher Richtung. Die Aufnahme stammt vermutlich aus den 1920er Jahren, die Mühle wurde 1938 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Zwischen 1857 und 1932 befand sich der Mühlenbetrieb im Eigentum der Familie Wolff. Im Jahr 1932 übernahm Emma Jäzosch, geborene Wolff, die Mühle per Kaufvertrag von ihrem Vater Franz Hermann Wolff, seit 1932 war es somit die Jäzosch-Mühle. Müller war ihr Ehemann, der Schmiedemeister und seit 1939 auch Müllermeister Bernhard Jäzosch, mein Großvater.

 

 




Die Kuschkower Dorfschule und ihre Kinder

Auch dieses Thema behandelt die "Chronik der Gemeinde Kuschkow" (siehe unten) sehr ausführlich auf den Seiten 48-53, war doch der Autor Gerhard Scheibe, mein ehemaliger Chemie- und Physiklehrer, selbst Lehrer an der Kuschkower Schule. Er hatte auch mit seiner Ehefrau Walli Scheibe die Redaktion sowie teilweise die inhaltliche Bearbeitung dieser Chronik zur 675-Jahrfeier 2003 übernommen, wie auch für die vorangegangene Broschüre "Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Kuschkow" (siehe unten) anlässlich der 650-Jahrfeier 1978.
 

Es kann momentan nicht genau gesagt werden, wann in Kuschkow die Schulpflicht für die Dorfschule begann. Eine Schulordnung gab es in Kursachsen seit 1724, die allgemeine Volksschulpflicht einschließlich Regelungen zur Bezahlung des Schulgeldes erst ab 1805. Lehrer Noack könnte um oder ab 1795 in der alten Dorfschule unterrichtet haben, links ist er zu sehen in einer lithographischen Darstellung um 1830. Ein Schulgebäude könnte schon früher existiert haben, die Akte des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (BLHA), Rubrik Allgemeine Kirchenangelegenheiten, verzeichnet für den Zeitraum von 1733-1795 ein Gesuch des Lehrers Christian Lehninger zu Trebatsch um Übertragung des Schuldienstes in Krugau und Kuschkow.

Die alte Dorfschule befand sich gemäß Gemeinde-Chronik in der Koinzstraße (jetzt Pretschener Straße 9), bis das neue Schulhaus (jetzt Kindergarten) 1851 in der Kirchstraße bezogen werden konnte. Es hatte ein Schulzimmer und Wohnräume für die Lehrer. Die Schulchronik wurde im Jahr 1891 durch Lehrer Otto Johannes Klintzsch begonnen. Noch findet man seinen Grabstein auf dem Friedhof; es ist sehr zu wünschen, dass dieser und die anderen historischen Grabsteine als Denkmale der Ortsgeschichte erhalten bleiben.

Die folgenden Schulbilder stammen aus dem Familienbesitz Wolff / Jäzosch und Schneider aus den Jahren, in denen Familienmitglieder die Schule besuchten. Es handelt sich um Jahrgangsbilder, jeweils mit Lehrer und Hilfslehrerin bzw. Hilfslehrer.
 


Schulbild aus dem Jahr 1912, fotografiert vor der Dorfkirche. Links im Bild und auch auf den folgenden beiden Bildern ist der Lehrer Otto Johannes Klintzsch (1858-1926) zu sehen, von der Königlichen Regierung berufener Lehrer und Küster, er war in Kuschkow vom 2.10.1891 bis 1.10.1922 tätig, auch als Standesbeamter. Er bewohnte eine Lehrerwohnung in der Schule. Die Schulchronik wurde von ihm begonnen. Neben vielen weiteren Tätigkeiten leitete er auch den Schulchor. Nach den Erzählungen der Alten genoss er die höchste Achtung und Wertschätzung im Dorf. Die Hilfslehrerin vor ihm auf dem Bild war seine Ehefrau Elisabeth Klintzsch (1879-1932, geborene Dillan), sie ist ebenfalls auf den folgenden beiden Bildern zu sehen. Weiter unten im Abschnitt "Friedhof" wird der gut erhaltene gemeinsame Grabstein gezeigt, der sich heute in der Sammlung historischer Grabsteine an der Südseite des Friedhofs befindet.

 

Schulbild um 1918-1920 (?) mit dem Lehrer-Ehepaar Klintzsch, fotografiert vor der Dorfkirche.

 

Schulbild um 1918-1920 (?) mit dem Lehrer-Ehepaar Klintzsch, fotografiert vor der Dorfkirche.

 

Schulbild um 1928-1930 (?) mit Lehrer Fritz Wegener, die "Kleine Gruppe" der beiden Schulgruppen. In der Kuschkower Dorfschule gab es zwei Gruppen: Die Gruppe der Kleinen (1.-4. Klasse) und die Gruppe der Großen (5.-8. Klasse), insgesamt etwa 50-80 Schüler. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)

 

Schulbild aus dem Jahr 1931 mit Lehrer Fritz Wegener, fotografiert vor der Dorfkirche. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)

 

Schulbild in Mittweide aus dem Jahr 1931, fotografiert wohl vor dem dortigen Schulgebäude. Gezeigt wird dieses Bild, weil hier auch Kinder aus Kuschkow dabei sind. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)

 

Schulbild aus dem Jahr 1934 mit Lehrer Fritz Wegener (rechts), fotografiert vor der Dorfkirche. Der Lehrer Fritz Wegener, der auch einige Beiträge zur Kuschkower Geschichte im Lübbener Kreis-Kalender verfasst hat (siehe Literaturverzeichnis unten) war vom 11.9.1922 bis 1.11.1934 an der Dorfschule tätig; dieses Foto ist somit das letzte Jahrgangsfoto mit ihm. Links im Bild ist sein ihm 1933 zugeteilter Hilfslehrer zu sehen.

 

Schulbild aus dem Jahr 1938, fotografiert vor der Dorfschule in der Kirchstraße (heute Kindergarten). Über dem Eingang befand sich zu dieser Zeit die Losung "Schulzeit ist Saatzeit". Der Lehrer rechts im Bild war Gerhard Thürmer, an der Schule tätig von November 1934 bis Januar 1940. Der stehende kleine Junge unten in der Bildmitte mit Strickjacke und ausgebeulten Hosentaschen war mein Vater Manfred Jäzosch, der spätere Müllermeister von Kuschkow.

Gemäß Ortschronik wurde das Schulgebäude für zwei Schulklassen und Lehrerwohnung 1851 an dieser Stelle errichtet, die alte Fledermausgaube und die Biberschwanz-Dachdeckung sowie das noch erhaltene alte Kreuzstockfenster mit Sprossenverglasung rechts würden zu dieser Bauzeit passen. Die Fassade wurde später sicher mehrfach neu verputzt, auch dieses Haus hatte noch 1938 keine Dachrinne, das abfließende Regenwasser dürfte die Fassade geschädigt haben, besonders im unteren Bereich.

 

 




Gruppenfotos zu verschiedenen Anlässen

Es folgen Bilder überwiegend aus der Zeit vor 1945, auf denen besondere öffentliche und private Ereignisse des Dorflebens dokumentiert sind. Die Chronik der Gemeinde Kuschkow zur 675-Jahrfeier berichtet zum Beispiel auf den Seiten 72-74 von der Pflichtfeuerwehr. Gemäß Feuerlöschordnung von 1880 waren die Männer im Alter von 16 bis 65 Jahren verpflichtet, im Falle eines Brandes Hilfe zu leisten und zu löschen. Pferdegespanne waren zum Ziehen der Feuerwehrspritze eingeteilt.

Auch berichtet diese Chronik über den Turnverein "Jahn", 1921 gegründet (Seite 60-61). Der Verein hatte 62 Mitglieder, die einmal pro Woche übten. Mit der Fahnenweihe auf dem Bild von 1927 fand gleichzeitig die Einweihung des Sportplatzes statt. Nach den Berichten des Lübbener Kreis-Kalenders von 1928 (Seite 41-43) war es ein in Kuschkow nie dagewesenes Fest. Leider besitze ich keines der im Kalender abgebildeten Fotos. Sportvereine aus der Umgebung und Lübben reisten zu Wettkämpfen an und die Kuschkower haben mit vereinten Kräften das Fest eindrucksvoll gestaltet, sich in keiner Weise lumpen lassen, sogar Quartiere für weit angereiste Sportler wurden zur Verfügung gestellt. Wichtige Persönlichkeiten mit ihren tragenden Ansprachen fehlten natürlich auch nicht. 1928 fand eine Festveranstaltung statt zur Einweihung des "Jahnsteins" zu Ehren des 150. Geburtstages von Turnvater Jahn, dem Namensgeber des Vereins. Der Turnverein existierte, bis die meisten Männer des Vereins gut trainiert zur Wehrmacht eingezogen wurden.

Die Bilder zum "Melkkursus" müssen für sich selbst sprechen. Erstaunlicherweise sind nur wenige bis keine Frauen auf den Bildern zu sehen. Auch erstaunlich, dass der Schmied und Müller Bernhard Jäzosch einen Melkkurs besuchte. Aber wenn ein Schmied die Geige spielt, warum sollte er dann nicht auch als Müller melken? Schließlich hing Land- und Viehwirtschaft mal mehr, mal weniger an allen Menschen im Dorf.



Feuerwehr bei der Übung um 1925-1930 (?), wohl mit Teilnehmern aus mehreren Ortschaften, Gruppenbild in Kuschkow (?). Laut Ortschronik gab es in Kuschkow bis 1934 eine Pflichtfeuerwehr; ob die Mitglieder dieser Feuerwehr hier mit Nachbardörfern eine gemeinsame Übung veranstaltet haben, ist unklar. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)

 

Militärlazarett Cottbus 1915 mit Schwester Ella Michovius, 22 Jahre alt, ihre Mutter stammt aus Kuschkow und war die Schwester meiner Ururgroßmutter. Der Patient Friedow im Bett (gemäß Patiententafel an der Wand), die sechs anderen Patienten sind unbekannt.

 

Turnverein "Jahn" in Kuschkow, Gruppenbild 1920 (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)

 

Turnverein "Jahn", Gruppenbild zur Fahnenweihe in Kuschkow am 22.5.1927. Zu diesem Ereignis gab es einen Beitrag im Lübbener Kreis-Kalender von 1928 (siehe unten im Literaturverzeichnis, oder direkt hier: ).

 

Turnverein "Jahn", Gruppenbild 1928 zur Einweihung des "Jahnsteins". Zum zehnjährigen Jubiläum des Turnvereins gab es einen Beitrag von Fritz Wegener im Lübbener Kreis-Kalender von 1931 (siehe unten im Literaturverzeichnis, oder direkt hier: ). Das in diesem Beitrag mitgeteilte Gründungsdatum des Vereins (14. April 1921) scheint sich auf die formelle Vereinsgründung zu beziehen, oder die Angabe ist nicht korrekt. Wie das handschriftlich bezeichnete Foto weiter oben zeigt, gab es einen Turnverein Jahn in Kuschkow bereits 1920.

 

Fastnacht in Goyatz mit Anni Schneider (vorn Mitte) 1932 (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)

 

Die Teilnehmer am "Melkkursus" in Kuschkow vom 6.11. bis 18.11.1933; links außen Johanna Schneider (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)

 

Die Teilnehmer am "Melkkursus" in Gröditsch, Zeitraum unbekannt (wohl 1930er Jahre), mit Bernhard Jäzosch aus Kuschkow (rechts neben der Texttafel, 1905-1945, Schmied und Müller)

 

 




Hochzeitsfeiern und Hochzeitsfotos

Zunächst ein kurzer Rückblick: Im Mittelalter erlaubten die jeweils Herrschenden (Grundbesitzer, Zünfte, Gilden, Magistrat der Stadt, usw.) nur demjenigen eine Ehe, der eine Familie ernähren konnte. Einem sehr großen Teil der Bevölkerung (ca. 50%) wurde nicht gestattet, eine Ehe einzugehen und eine Familie zu gründen. Nur den Männern gestattete die Kirche die Scheidung und erneute Heirat. Eine kirchliche Ehe gab es seit dem 10. Jahrhundert, wobei die Kirche erst ab dem 13. Jahrhundert ein eigenes Eherecht hervorgebracht hat, die Ehe wurde sakramentalisiert, unauflöslich. Keine Laien, sondern nur Priester durften trauen. Nach diesem Eherecht waren Jungen bereits mit 12 Jahren und Mädchen ab 14 Jahren heiratsfähig. Jedoch spielte die Verbindung zweier Familien die Hauptrolle, nicht die der beiden Partner.

Martin Luther trat schon für eine Zivilehe ein, eine Eheschließung sollte durch Schaffung entsprechender Gesetze durch weltliche Autoritäten vorgenommen werden. Die Franzosen mit ihrer Revolution setzten die Zivilehe in Frankreich durch. Napoleon brachte sie in die besetzten deutschen Gebiete, wobei sie sich in Deutschland 1848 behauptet. Jedoch erst seit 1875/1876 (nach Gründung des Deutschen Kaiserreiches) wurde ein entsprechendes Gesetz wirksam, welches eine Zivilehe, beurkundet durch einen staatlich bestellten Standesbeamten und den Vorrang der Zivilehe vor der kirchlichen Ehe festschrieb. Diese Gesetz ermöglichte eine Ehe trotz unterschiedlicher Religionszugehörigkeit. Ein Mann erreichte ab dem 20. Lebensjahr und eine Frau ab dem vollendeten 16. Lebensjahr die Ehemündigkeit nach diesem Gesetz. Sohn oder Tochter benötigten bis zur Vollendung des 25. bzw. 24. Lebensjahres die Einwilligung zur Eheschließung vom Vater (der Mutter bei Tod des Vaters oder des Vormundes, wenn beide Eltern nicht mehr lebten). Bei einer Zivilehe war ein Aufgebot zwei Wochen an den bestimmten Plätzen öffentlich zu machen.

Man sollte bei der Bewertung aus heutiger Sicht nicht vergessen, dass selbst das Eherecht der Kirche damals einen gewissen Fortschritt gegenüber der Handhabung davor brachte. Für Frau und Kind regelten diese, zwar auf sehr niedrigem Niveau, aber immerhin eine gewisse Absicherung. Wohl erst seitdem Frauen ihr Leben selbst bestimmen dürfen, das heißt Bildung genießen und durch Berufs- und Erwerbstätigkeit in der Lage sind, notfalls ihr Leben und das ihrer Kinder selbst zu sichern, können sie frei entscheiden. In der Bundesrepublik Deutschland mussten die Frauen noch bis in die 1970er Jahre hinein die Erlaubnis des Ehegatten haben, um zum Beispiel ein Arbeitsverhältnis einzugehen oder ein Bankkonto einzurichten. Erstmalig schrieb die Verfassung der DDR im Jahr 1949 die Gleichberechtigung fest. Auf dieser Basis konnten Frauen entscheiden, wen und wann oder ob sie überhaupt heiraten. Liefen die Dingen ungünstig, konnten Frauen ihre Kinder allein großziehen. Ausbildung, Kindergarten und Gesundheitsversorgung sicherte der Staat.

In Kuschkow war die kirchliche Trauung nach der standesamtlichen wohl bis in die 1970er Jahre weit verbreitet. Die Bräuche um die Hochzeit, wie sie damals noch üblich waren, haben vermutlich ihren Ursprung hauptsächlich bei den Wenden. In der Regel wurde das Heiraten meist von den Eltern ausgehandelt. War ein Sohn der Haupterbe, hatte seine Braut eine entsprechend hohe Mitgift und Aussteuer mitzubringen. Traditionell richteten die Brauteltern die Hochzeit in ihrem Haus aus. Vielleicht gab es auch in unserem Dorf reiche Familien, die Aussteuer und Mitgift finanzieren konnten. Allerdings ist Reichtum in unserer Gegend vergleichsweise sehr bescheiden ausgefallen. Eine Heirat sollte den Mädchen möglichst die Zukunft erleichtern, denn eine mittellose Frau, nur auf sich selbst gestellt, hatte fast keine Chance und wurde zudem von den Männern als Freiwild betrachtet.

Mädchen waren also im Vorteil, wenn sie sehr früh mit der Arbeit an ihrer Aussteuer begannen. Diese Aussteuer bestand aus Bett- und Tischwäsche, Handtüchern, Hemden, Unterwäsche usw., die von den Mädchen selbst aus Leinen hergestellt werden konnten. In vielen Familien verstand man es, vom Anbau der Leinpflanze bis hin zum Wäschestück alles selbst zu machen. Der Fleiß des Mädchens war ausschlaggebend für den Umfang der Aussteuer. Jedoch konnte es auch passieren, dass die Eltern entschieden, dass die jüngere Tochter die von ihr angefertigte Aussteuer der älteren, die für die vorgesehene Heirat nicht genug beisammen hatte, übergeben musste. Schließlich ging es der Reihe nach, die älteren Töchter mussten vor den jüngeren verheiratet werden. Für eine Eheschließung war die Zustimmung der Eltern erforderlich.

Vor der Hochzeit musste das Aufgebot bestellt werden, d.h. die öffentliche Bekanntmachung der beabsichtigten Eheschließung. Die Heiratsabsicht musste in drei aufeinander folgenden Sonntagsgottesdiensten in der Gemeinde des Bräutigams und auch der Braut verkündet werden. Entsprechende Eintragungen finden sich auch in den Kirchenbüchern. Kurz vor dem Hochzeittag begannen die Vorbereitungen für die Beköstigung der Gäste. Eine stattliche Zahl verschiedener Blechkuchen wurde gebacken und für mehrere Menügänge wurde vorgekocht, oft unter Anleitung einer Köchin. Die Brautjungfern flochten Girlanden (aus Buchsbaum) für den Eingang zum Hochzeitshaus, zur Kirche sowie eine Girlande zum Aufhalten des Hochzeitszuges nach der Trauung.

Am Vorabend der Hochzeit wurde der Polterabend mit viel Alkohol gefeiert. Es war ein ausgelassener Abend mit den Hochzeitsgästen, jedoch hautsächlich mit der Dorfjugend. Eine Einladung war nicht nötig. Jeder konnte kommen. Beim Eintreffen schmissen die Poltergäste Porzellan vor den Eingang, so dass das Porzellan möglichst in viele kleine Stücke zerbrach. Achtung, es durften keine Teile aus Glas sein! Nur zerbrochenes Porzellan brachte Glück.

Am Tag der Hochzeit: Die Braut vorzugsweise in einem weißen Kleid, auf dem Kopf einen Schleier, der von einem Myrtenkranz gehalten wurde (der Kranz sollte offen sein, wenn die Braut keine Jungfer war) und der Bräutigam traditionell im schwarzen Gehrock mit Zylinder bzw. nach der Mode im Smoking oder Anzug mit Myrtensträußchen im Knopfloch. Das Brautpaar ging vom Haus der Braut mit seinen Familien und Gästen paarweise in einem festlichen Hochzeitszug durch das Dorf zur Kirche, voran Blumen streuende Kinder. Die Kuschkower säumten den Weg oder stellten sich "an Ecke" (Kreuzung von Kirch- und Dorfstraße, in der Mitte des Dorfes) als Guckgäste auf.

Nach der Trauung in der Kirche ging es in gleicher Weise mit Glockengeläut zurück zum Hochzeitshaus. Gleich an der Kirche hielten die Brautjungfern den Hochzeitszug mit einer geflochtenen Girlande auf und trugen dem Brautpaar ihre Wünsche als Gedicht vor. Auf dem Rückweg musste der Hochzeitszug mitunter weitere Girlandensperren passieren. Der Weg wurde erst freigegeben, nachdem der Bräutigam und die Herren des Hochzeitszuges Geld in den aufgehaltenen Hut oder Korb geworfen haben (was dann oft gleich "bei Koschack" an Ecke, der Gaststätte, in Bier umgesetzt wurde). Diejenigen, die die Girlande hielten, sagten ebenfalls einen Spruch auf.

Im Hochzeitshaus angekommen, begann das Hochzeitsmahl mit einer Geflügelsuppe zu Beginn, gefolgt von dem traditionellen Fischgericht bestehend aus verschiedenen Fischen: Zander, Karpfen, Aal, Hecht, Schlei in Bier gekocht mit einer braunen buttrigen Biersauce oder in der anderen Variante mit einer weißen Schnittlauch-Sahnesauce, danach folgte ein Gang mit Rinder- oder Kalbsbraten mit verschiedenem Gemüse und schließlich Schweinebraten mit Gemüse. Nachspeisen aus verschiedenen Eiercremespeisen, Puddings, Vanillesauce und Schlagsahne, Obstkompotte boten für jeden Geschmack etwas. Natürlich durften die begleitenden Getränke sowie Zigarren und Zigaretten für die Herren nicht fehlen (für Damen ziemte sich das Rauchen noch nicht). Familien, welche dem Brautpaar nahestanden und nicht geladen waren, schickten ihre Kinder mit Glückwunschkarten, auch Geldgaben oder Geschenken zum Hochzeitshaus. Als Dank erhielten die Kinder ein Stück Blechkuchen oder ein größeres Kuchenpaket für die Familie.

Am Abend gab es ein ähnlich großes Gelage mit Aufschnitt aus Wurst und Fleisch, Aal in Aspik, Bockwürsten, Kartoffelsalat und anderen Salaten. Wieder begleitet von reichlich Getränken. Danach tanzte man ausgelassen. Um Mitternacht setzt man das Brautpaar in die Mitte, die Brautjungfern tragen ein Gedicht vor während sie der Braut den Schleier abnehmen und ihr die Haube und dem Bräutigam die Zipfelmütze aufsetzen. Der Tanz geht weiter. Wenn sich das jungen Paar zur Hochzeitsnacht zurückzieht muss es mit Überraschungen rechnen. Die Jugend des Dorfes hat in der Regel Scherze ausgeheckt, die mitunter ziemlich derb ausfallen konnten.

Die folgenden Fotos der Hochzeitsgesellschaften werden wohl zumeist nach der Trauung und vor dem großen Hochzeitsmahl entstanden sein, alle Teilnehmer noch nüchtern und diszipliniert, durch den Fotografen sorgfältig arrangiert. Nach dem Essen, was immer auch mit reichlich Alkohol verdaut sein wollte, war die Etikette in manchen Fällen schon nicht mehr gewährleistet.


Hochzeit Frieda Jäzosch + ..?.. Scheffner um 1925, Frieda Jäzosch war die Tochter von Richard und Antonie Jäzosch; Hochzeitsgesellschaft vor dem Haus Dorfstraße 66 (alte Hausnummer, heute Dorfanger 9). Ganz links im Bild steht offenbar der Lehrer Fritz Wegener, der auch auf den Schulbildern von 1928 und 1931 zu sehen ist. Der Baumstamm rechts ist auf einer Tafel bezeichnet mit "Friedenseiche 1864 ▪ 1866 ▪ 1870-71", die Eiche ist inzwischen gefällt. Dem Heimatkalender von 1958 für den Spreewaldkreis Lübben ist auf Seite 61 zu entnehmen, dass die Eiche in die Liste der geschützten Naturdenkmale eingetragen war. Wer nähere Angaben zu diesem Bild machen kann (Jahreszahl, Name des Bräutigams), möchte sich bitte bei mir melden, Kontaktdaten siehe ganz unten.

 

Hochzeit Johanna Jäzosch + Paul Scheel im Juni 1937, Hochzeitsgesellschaft wieder vor dem Haus Dorfstraße 66 (alte Hausnummer, heute Dorfanger 9, siehe oben). Der Junge vorn rechts neben der Blumenvase ist Manfred Jäzosch, mein Vater, der spätere Müllermeister auf unserem Mühlengrundstück Gröditscher Straße 5. In der mittleren Reihe ganz rechts Arnold Jäzosch und ganz links Willi Jätzosch (sein Name in anderer Schreibweise). Das Haus im Hintergrund hat inzwischen eine moderne Dachrinne.

 

Hochzeit um 1930, Hochzeitsgesellschaft in Kuschkow mit einem unbekannten Hochzeitspaar. Direkt hinter der Braut steht Arnold Jäzosch, rechts neben ihm wahrscheinlich Hilde Jähnchen (geborene Konrad).

 

Hochzeitszug ohne Brautpaar wohl um 1950 vor dem Fachwerkhaus Alte Straße 1. Der erste Damenführer vorn rechts ist Manfred Jäzosch, noch unverheiratet.

 


Hochzeit Jutta Thiele + Manfred Jäzosch am 14.1.1952, meine Eltern, Hochzeitsgesellschaft auf dem Mühlengrundstück und Hof Gröditscher Straße 5 in Kuschkow. Darunter noch einmal das Hochzeitspaar separat in vorschriftsmäßiger Kleidung und ihr nur wenige Jahre danach erworbener "Adler-Trumpf Cabriolet", der ganze Stolz des Bräutigams und späteren Müllermeisters.

 

Hochzeit Gertraud Gdawitz + Siegfried Jäzosch um 1964, Siegfried war der Sohn von Hedwig und Hermann Jäzosch; Hochzeitsgesellschaft vor ihrem Haus Dorfstraße 15, mit den Geschwistern, Regina, Ruth, Ilse und Werner von Siegfried Jäzosch. Rechts hinter dem Bräutigam stehen Jutta und Manfred Jäzosch. Regionalgeschichtlich interessant ist die ungewöhnlich große traditionelle Eingangs-Vorlaube vor dem Haus, verziert mit Lattenwerk und Sägearbeit. Weitere Informationen zu diesen besonders in der Niederlausitz früher weit verbreiteten Eingangslauben finden Sie hier:

 




Wendische / Sorbische Hochzeiten

Viele Bräuche der Wenden haben sich lange gehalten und sind teilweise noch heute in abgewandelter Form auch in Kuschkow anzutreffen, wie z.B. das Zampern. Die wendische Ortsbezeichnung für Kuschkow lautet Ku¹kow. Auch die Hochzeitsbräuche wurden lange Zeit gepflegt. Die beiden folgenden Fotos aus der Zeit um 1925 zeigen die übliche wendische Tracht und teilweise deuten sie auch den Brauch an. Der Ort dieser Hochzeit und die Personen sind bis auf eine Ausnahme (meine Patentante) unbekannt. Trachtenkundige können sicher eine genauere Bestimmung vornehmen, da jedes Dorf eigene Trachtenelemente aufweist. Ich versuche Erklärungen, soweit auf den Bildern nicht eindeutig sichtbar, mit Hilfe von Wikipedia und Informationen aus besuchten Museen. Die Braut in der Mitte trägt schwarz, also einen schwarzen Rock, eine ausgeschnittene bestickte schwarze Jacke und auf dem Kopf die weiße Haube, welche von einem Myrtenkranz ("Girlande") gehalten ist. Weiße Strümpfe gehören dazu und schwarze Schuhe. Der Bräutigam trägt einen Zylinder, einen schwarzen Gehrock mit einem Myrtensträußchen im Knopfloch und an der Armkrempe, dazu bunte Bänder, schwarze Hose und Schuhe.

Interessant sind auch die beiden Paare neben dem Brautpaar. Links von der Braut scheint der Hochzeitsbitter zu stehen. Er trägt eine bunt bestickte Schärpe und ein buntes Tuch, welches zusammen mit einem Sträußchen an der Brust befestigt ist. Man erkennt auch einen Degen. Er trägt seinen Hut welcher ebenfalls mit bunten Bändern und einem Sträußchen geschmückt ist, wie auch die anderen beiden Herren in der Hand. Der Herr rechts außen trägt ebenfalls einen Degen, aber keine Schärpe. Die beiden Damen sind ebenfalls mit schwarzen Röcken und Schürzen bekleidet, dazu anscheinend ein schwarzes Mieder mit einem weißen Schultertuch, welches am Rand einen schwarzen Streifen hat. Darunter eine weiße Bluse. Beide tragen ebenfalls weiße Hauben, welche von einer wahrscheinlich bunten Blumenkrone (Girlande) gehalten wird. Es sind sicher die erste und zweite Brautjungfer (auch erste und zweite Patin genannt). Im Hintergrund an der Haustür sind Bänder angebracht, vielleicht mit Sprüchen.




Auf dem Bild mit der gesamten Hochzeitsgesellschaft rahmen die beiden eben beschriebenen Paare wieder das in der Mitte stehende Brautpaar ein. Sechs Damen, davon zwei in der ersten und vier in der zweiten Reihe tragen im Gegensatz zum Brautpaar und den beiden anderen Paaren ihre sehr bunten Trachten mit weißen Hauben von Blumengirlande gehalten. Es scheinen sechs weitere Brautjungfern jeweils mit ihren Herren zu sein. Die Damen dahinter und daneben sind ebenfalls in bunter Tracht und bunt bestickter Haube (ohne Girlande). Dahinter anscheinend die älteren Damen in bunter Tracht mit weißen Hauben ohne jeden weiteren Schmuck. Einzig die Braut trägt eine schwarze Jacke.

Die Musikanten auf der rechten Seite hinten und einer auf der linken Seit vorn tragen nur schwarze Westen über dem weißen Hemd und schwarzer Hose. Teilweise sieht man auch Kinder in Tracht, aber ohne Haube. Das Hoftor zum Hochzeitshof wurde zur "Ehrenpforte" geschmückt mit geflochtenen Girlanden aus Tannengrün, darin sind Hüte und Bänder befestigt als weiterer Schmuck. Unter der geflochtenen Girlande sieht man eine Leine mit weißen und farbigen Tüchern, welche bestickt sind. Nachfolgend noch einmal das Hochzeitspaar in einer Einzelaufnahme sowie ein Mädchen um 1920 in Spreewälder Tracht. Dazu gab es einen kleinen Beitrag von Gerhard Wiesner im Lübbener Kreis-Kalender von 1931 (siehe unten im Literaturverzeichnis, oder direkt hier: ).




Wendische / Sorbische Hochzeitsbräuche

Rechtzeitig vor der Hochzeit sprechen die Eltern des Brautpaares, das Brautpaar und der Hochzeitsbitter (Braschka) die Hochzeit ab. Der Braschka, eine Art Zeremonienmeister, spricht den Gästen persönlich die Einladung aus und leitet die Feier von Beginn bis Ende.

Der Hochzeitstag begann zunächst für Braut und Bräutigam getrennt. Im festlich geschmückten Haus des Bräutigams begrüßten er und seine Eltern ihre Gäste und Verwandten. Der Hochzeitsbitter hielt eine komische Rede über Braut und Eheleben, die Gäste wurden bewirtet mit Speisen und Getränken. Anschließend bat der Bräutigam um Vergebung seiner Sünden und wurde aus seinem Elternhaus verabschiedet. Angeleitet vom Hochzeitsbitter begab sich die Hochzeitsgesellschaft des Bräutigams zum Elternhaus der Braut, um sie abzuholen. Zwei Brautdiener eilten voraus, um die Ankunft anzukündigen.

Im Elternhaus der Braut trafen sich ihre Verwandten und Gäste zur Verabschiedung der Braut. Die Braut bedankte sich bei Ihren Eltern und Geschwistern für die gemeinsame Zeit. Sodann lud man den gesamten Hausrat der Braut auf geschmückte Wagen und fuhr diesen zum neuen Heim des Paares (oft das Elternhaus des Bräutigams). Inzwischen traf der Hochzeitszug des Bräutigams vor dem Haus der Brauteltern ein. Der Hochzeitsbitter warb zunächst vergeblich um die Braut bis er sie schließlich freikaufen und an den Bräutigam überreichen konnte. Damit konnte die "Aussegnung" der Braut aus dem Elternhaus erfolgen. Dann begab sich der Hochzeitszug, angeführt von den Brautjungfern bzw. heutzutage von den Blumenkindern zur Kirche. Im Anschluss an die Trauung begibt sich der Hochzeitszug zur Einsegnung in das neue Heim der Brautleute oder in ein Gasthaus. Auf dem Weg dorthin gilt es mehrere Girlandensperren durch Freikauf zu passieren. Das Hochzeitsmahl aus vier Gängen (Hochzeitssuppe, Rindfleisch mit Meerrettichsoße und Brot, Kalbsbraten und einem Dessert), begleitet von Bier, Schnaps und Wein, kann dann endlich beginnen. Kaffee und Kuchen, sowie belegte Brote wurden im Anschluss serviert. War das Hochzeitsmahl eingenommen zog die Hochzeitsgesellschaft mit einer Kapelle zur Schenke oder wenn der Platz reichte, fand der Tanz im Hochzeitshaus statt. Um Mitternacht wurde der Braut der Brautkranz abgenommen bzw. der Schleiertanz fand statt. Mit diesem Brauch galt das Brautpaar als Ehepaar. War die Feier beendet, wurde das Paar vom Brautführer und Brautjungfern nach Hause begleitet.

Am Tag nach der Hochzeit fand sich die Hochzeitsgesellschaft erneut im Haus der nun Vermählten zusammen und feierte gemeinsam bis spät.

 

 




Der Friedhof

Zunächst möchte ich wieder auf die Chronik der Gemeinde Kuschkow zur 675-Jahrfeier zurückgreifen. Knochenfunde im Bereich der Lücke auf den Grundstücken Geppert, Barwar und Klinge lassen Lehrer Scheibe schlussfolgern, dass sich dort der ehemalige Friedhof bereits vor dem ersten Kirchenbau 1643 befunden haben muss. Es wird angenommen, dass mit dem Bau der Kirche 1836 auch der Friedhof seinen Platz bekommen hat, wo wir ihn heute noch finden. Dieselbe Chronik berichtet davon, dass Ende des Zweiten Weltkrieges ein Berliner Krankenhaus nach Kuschkow in die Baracken des Arbeitsdienstes evakuiert wurde. Holzkreuze mit Namen von 62 Frauen, die 1944 in diesem Not-Krankenhaus starben, erinnerten noch lange daran.

Es ist von den Kampfhandlungen um das Dorf am 28. April 1945 zu lesen, "in denen 58 deutsche Soldaten und 23 französische Kriegsgefangene zu Tode kamen. Sie wurden in einer gemeinsamen großen Grabstelle bestattet." Die französischen Toten wurden nach Kriegsende exhumiert und in ihre Heimat gebracht. Von den deutschen Gefallenen konnten nur wenige Namen ermittelt werden. 1954 wurde von der Gemeindevertretung beschlossen, Ihnen einen Gedenkstein zu setzten, den wir heute noch vorfinden; die folgenden Bilder zeigen diese Gedenkstätte im Zustand der 1950er Jahre. Dank der Unterstützung durch Spenden der großen Mehrheit der Dorfbewohner konnte dieses Vorhaben gegen den Willen staatlicher Stellen verwirklicht werden; unter den von Arnold Jäzosch hinterlassenen Papieren befinden sich noch heute die Sammellisten und Rechnungen. Diese Gedenkstätte ist sehr wichtig, uns nachdenklich zu machen, welch unvorstellbares Leid dieser Krieg den Menschen gebracht hat. Ich gehöre zur ersten Generation, die das bisher nie da gewesene Glück hatte, keinen Krieg miterleben zu müssen. Sind wir uns alle dessen bewusst? Schätzen wir dieses Glück in ausreichendem Maße? Tun wir genug dafür, diesen Zustand auch für die Folgegenerationen zu bewahren?




Die alte kleine Friedhofshalle wurde 1952 fertiggestellt und 1991 die neue Halle. In den 1950er Jahren wurde der Friedhof mit Baumpflanzungen parkähnlich gestaltet. Er galt damals als schönster der umliegenden Dörfer. Auch an dieser Stelle erlaube ich mir zu erwähnen, dass diese Verschönerung und Pflege Arnold Jäzosch zu verdanken ist; die nächsten beiden Fotos zeigen ihn in dieser Zeit. Trotz seiner Gehbehinderung hat er die Friedhofsgestaltung und -pflege, den Heckenschnitt per Hand, mit größter Hingabe über viele Jahre betrieben. Leider mussten die Pappeln wegen der Pflasterung des Hauptweges weichen. Heute sind nur wenige der Bäume übrig und der Gesamteindruck kann sich leider in keiner Weise mehr messen mit dem damaligen Zustand.



Überaus bedauerlich auch, dass die wunderbar umgesetzte Idee, das Aufstellen der alten Grabsteine an der Südseite, momentan in Frage gestellt ist. Die Sperrung des Bereiches wegen der Gefahr, die von losen Grabsteinen angeblich ausgehen könnte, führt hoffentlich nicht zur gänzlichen Beseitigung. Vielleicht findet sich eine Finanzierungsmöglichkeit für die Erhaltung dieser Grabsteine. Kuschkow hat doch fast nichts mehr, was an die Geschichte des Ortes erinnert, nicht einmal mehr den Namen des Dorfes findet man ohne Probleme auf aktuellen Karten. Ein fast 700 Jahre altes Dorf ist degradiert zum Ortsteil einer Gemeinde mit dem Namen "Märkische Heide", ein Name ohne konkreten Ortsbezug. Wie sollen auf diese Weise Verbundenheit und Interesse entstehen, wenn das Dorf sich immer mehr zu einem beliebigen Ortsteil ohne eigenen Charakter entwickelt?

Ich denke, dass die folgenden Bilder aus den 1950er Jahren, ebenfalls aus dem Fotoalbum von Arnold Jäzosch, einen Eindruck vom einst schönen, parkartigen Zustand des Friedhofes geben, trotz der schlechten Bildqualität. Es wäre schön, wenn sich diese Begegnungsstätte in Zukunft wieder in aufgewerteter Form zeigen würde, vielleicht sogar wieder parkähnlich.






Die folgenden aktuellen Bilder zeigen einige der noch vorhandenen Grabsteine und Familiengräber Jäzosch. Der Schmiedemeister Franz Jäzosch, seine Frau und ihre Tochter Ilse wurden am 28. April 1945 erschossen in der Nähe der "Bohle" (Überquerung des Abzugsgrabens zwischen Kuschkow und Krugau) aufgefunden. Welche Tragödie dazu geführt hat, bleibt im Ungewissen. Ein Selbstmord erscheint nach den Berichten unwahrscheinlich. Am selben Tag fiel Bernhard Jäzosch, sein Bruder, als Soldat im "Kessel von Halbe", nur wenige Kilometer von seinem Heimatdorf entfernt.





Die weiteren Bilder zeigen verschiedene historische Grabsteine auf dem Kuschkower Friedhof, alle von aufgelassenen Gräbern, die Grabsteine wurden gesichert und als Sammlung aufgereiht an der Südseite des Friedhofs aufgestellt, als familiengeschichtlich, kulturgeschichtlich und künstlerisch wertvolle und unwiederbringliche Dokumente des Dorfes, fotografiert im Zeitraum 2009-2020. Das erste Bild zeigt den Zustand am 12.4.2009. In der dritten Bildreihe links ist der Grabstein von Lehrer Johannes Klintzsch (1858-1926) und seiner Frau Elisabeth Klintzsch (1879-1932, geborene Dillan) zu sehen; weitere Informationen zu diesem Lehrer siehe oben bei den Schulbildern.









 




Literatur und Internet zu Kuschkow und der Niederlausitz

Balke, Lotar: Bauen und Wohnen in Heide und Spreewald. Vom Wandel Lausitzer Volksarchitektur im 20. Jahrhundert. Schriften des Sorbischen Instituts. Domowina-Verlag Bautzen 1994

Beeskow, Hans-Joachim: Führer durch die evangelischen Kirchen des Kirchenkreises Lübben. Evangelischer Kirchenkreis Lübben, Heimat-Verlag Lübben 1998; Seiten 120-122

Boer, Wierd Mathijs de: Entstehung und Geomorphologie des Unterspreewaldes (Literaturauswertung). Erschienen in: Biologische Studien, Heft 26, Luckau 1997; Seiten 3-10 (siehe direkt hier: ). Der Beitrag bietet einen Überblick über diverse Fachpublikationen, die sich mit der naturräumlichen Abgrenzung der Region Unterspreewald (Niederspreewald) befassen.

Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmaldatenbank, im Internet zu finden unter ns.gis-bldam-brandenburg.de/hida4web/search (siehe direkt hier: )

Brandenburgisches Landeshauptarchiv ‒ BLHA, im Internet unter https://blha.brandenburg.de (siehe direkt hier: ) mit Rechercheangeboten zu sämtlichen historischen Dokumenten der brandenburgischen Landesgeschichte. Viele der Dokumente sind inzwischen digitalisiert und per Internet frei zugängig, auch diverse Fachbücher kann man sich als PDF-Dateien herunterladen.

Chronik der Gemeinde Kuschkow. Herausgegeben von der Gemeindevertretung Kuschkow zur 675-Jahrfeier 2003; Redaktion und inhaltliche Bearbeitung durch Familie Gerhard Scheibe; Kuschkow 2003

Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. Aktuelle Bearbeitung durch Autorengruppe im Auftrag der Dehio-Vereinigung; Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2000; Seite 553

Düringsfeld, Ida von / Reinsberg-Düringsfeld, Otto von: Hochzeitsbuch. Brauch und Glaube der Hochzeit bei den christlichen Völkern Europas. Verlag von J. G. Bach, Leipzig 1871 (digitalisiert von Google). Seiten 167-178: Die Wenden, Seiten 214-218: Die Marken.

Fahnenweihe und Sportplatzeinweihung des Turnvereins "Jahn" ‒ Kuschkow (ohne Angabe des Verfassers). Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1928, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei von Richter & Munkelt, Lübben N-L.; Seiten 41-43 (siehe direkt hier: )

Gockel, Michael (Hrsg.): Rudolf Lehmann, ein bürgerlicher Historiker und Archivar am Rande der DDR. Tagebücher 1945-1964. Berliner Wissenschafts-Verlag 2018; auch digitalisiert als PDF zum kostenlosen Download erschienen.
Rudolf Lehmann (1891-1984) zählt mit seinem geschichts- und archivwissenschaftlichen Werk zu den außergewöhnlichen Gestalten der deutschen Landesgeschichtsforschung des 20. Jahrhunderts. Er hat seine wissenschaftliche Arbeit ausschließlich der Geschichte seiner Heimat, der Niederlausitz, gewidmet. 1949 zum Leiter des Landesarchivs Lübben berufen, geriet er als Archivar und Historiker zunehmend in Konflikte mit dem SED-Staat um seine wissenschaftliche Freiheit und sah sich zuerst zum Rückzug vom Amt, später zur Übersiedlung in die Bundesrepublik gezwungen. Seine Tagebücher aus den Jahren 1945-1964 beleuchten eindrucksvoll die gesellschaftlichen Verhältnisse und Politik der frühen DDR.

Henker, Jens & Kirsch, Kerstin: Dorfgründungen in der Lausitz. Horno und Klein Görigk im Focus. Enthalten in: Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (DGAMN), Band 27 (2014), Paderborn 2014; Seiten 171-180 (als PDF im Internet zu finden, siehe direkt hier: )

Kaak, Heinrich: Geschichte des Dorfes in Brandenburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Brandenburgische Historische Kommission e.V., Potsdam 2010; separat publiziert als "Leitfaden für Ortschronisten in Brandenburg". Als PDF auf der Website des Brandenburgischen Landeshauptarchivs unter https://blha.brandenburg.de

Kaak, Heinrich: Die brandenburgische Ortsgeschichte in Personen, Familien und ländlichen Schauplätzen. Brandenburgische Historische Kommission e.V., Potsdam 2011; separat publiziert als "Leitfaden für Ortschronisten in Brandenburg". Als PDF zu finden auf der Website des Brandenburgischen Landeshauptarchivs unter https://blha.brandenburg.de

Körner, Siegfried: Ortsnamenbuch der Niederlausitz. Studien zur Toponymie der Kreise Beeskow, Calau, Cottbus, Eisenhüttenstadt, Finsterwalde, Forst, Guben, Lübben, Luckau und Spremberg. Akademie Verlag, Berlin 1993; Ortsname Kuschkow auf Seite 180, Nummer 337

Lehmann, Rudolf: Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz. Band 1: Die Kreise Luckau, Lübben und Calau. Erschienen im Selbstverlag des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde, Marburg 1979; Kuschkow auf Seite 185. Digitalisiert erschienen im Berliner Wissenschafts-Verlag 2011

Lehmann, Rudolf: Quellen zur Lage der Privatbauern in der Niederlausitz im Zeitalter des Absolutismus. Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Schriften des Instituts für Geschichte, Reihe II, Landesgeschichte Band 2. Akademie-Verlag, Berlin 1957. Behandelt wird der Zeitraum zwischen 1650 und 1821

Lehmann, Rudolf: Brandenburg-Preußen und die Niederlausitz. Enthalten in: Jahrbuch für Brandenburgische Landesgeschichte, Band 10, Berlin 1959; Seiten 37-49. Dargestellt wird die vielschichtige und komplizierte Herrschaftsgeschichte von den Ursprüngen im Mittelalter bis 1958. Digitalisiert als PDF zum Download unter https://geschichte-brandenburg.de ‒ dort unter "Veröffentlichungen".

Lehmann, Rudolf: Geschichte der Niederlausitz. Veröffentlichung der Berliner Historischen Kommission beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, Band 5. Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin 1963

Leonhardi, Friedrich Gottlob: Erdbeschreibung der Churfürstlich- und Herzoglich-Sächsischen Lande. Vierter Band. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. Leipzig 1806 bei Johann Ambr. Barth. Seiten 345-476: Die Markgrafschaft Nieder-Lausitz ... (vollständige Beschreibung des Gebietes, welches mit dem Wiener Kongress 1815 an Preußen kam); Seite 449: "Der Lübbener oder Crumspreeische Kreis"; Seite 452: "Kuschkau und Krugau insgesammt mit Kirchen" (Kuschkau war zeitweise die eingedeutschte Namensvariante von Kuschkow)

Norberg, Madlena / Kosta, Peter (Hrsg.): Sorbische / Wendische Spuren in der nördlichen Niederlausitz. Potsdamer Beiträge zur Sorabistik, Universitätsverlag Potsdam 2019. Darin ab Seite 107: Tobias Preßler: Die Argumente in der Politik gegenüber den Sorben in der Niederlausitz ‒ nachvollzogen und erläutert an drei Phasen aus der Zeit zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert. Digitalisiert von Google für den Universitätsverlag Potsdam (Open Access, Lizenz CC BY, siehe direkt hier: )

Scheibe, Gerhard: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Kuschkow, Kreis Lübben. Kuschkow 1978 (erschienen im Eigenverlag der Gemeinde zur 650-Jahrfeier)

Tetzner, Franz: Die Slawen in Deutschland. Beiträge zur Volkskunde ... Druck und Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1902 (im Internet zu finden als PDF, digitalisiert von Google); Seiten 282-345: Die Sorben. Mit Angaben zu Dorfformen, Gehöft und Hausbau, Göttern und Geistern, Sitten und Gebräuchen (z.B. Hochzeit, Spinnstube, Aberglaube); vieles davon ist auch in die deutschen Dörfer eingedrungen und wurde dort gelebt, auch in Kuschkow. Die Seiten 282-345 finden Sie als Textauszug aus dem PDF von Google direkt hier:

Website "Fotografie und Architektur" (siehe hier: ) mit Fotos und Informationen zu historischen Gebäuden, Dörfern und Architekturobjekten; zur Dorfgeschichte in Brandenburg allgemein sowie in Kuschkow siehe dabei die Spezialseiten:
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 1, Kulturgut im ländlichen Siedlungsraum (siehe hier: )
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 2, Gebäude, Baugestaltung, Natur und Landschaft (siehe hier: )
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 4, Bauernhausarchitektur in Stichworten und Bildern (siehe hier: )
- Architekturfotos und einige Angaben zu Kuschkow (siehe hier: )
- Erwin Seemel: Bevölkerungs- und Wirtschaftsverhältnisse im Amt Lübben um 1720 (siehe hier: )

Website "md museum-digital" (https://www.museum-digital.de, siehe direkt hier: ), eine nach Bundesländern, Regionen, Orten und Themen sortierte Plattform, auf der große und kleine Museen Informationen zu ihren Objekten veröffentlichen können, darunter auch Bild- und Fotosammlungen

Wegener, Fritz: Beiträge zur Chronik des Dorfes Kuschkow. Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1927, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben (Spreewald); Seiten 46-51 (siehe direkt hier: )

Wegener, Fritz: Die 600-Jahrfeier der Dorfgemeinde Kuschkow. Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1929, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben (Spreewald); Seite 44 (siehe direkt hier: ; der Name des Lehrers Wegener ist im Artikel falsch als "Wegner" angegeben)

Wegener, Fritz: 10 Jahre Kuschkower Männer-Turnverein. Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1931, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben (Spreewald); Seiten 56-57 (siehe direkt hier: ; der Vorname des Lehrers Wegener ist im Artikel falsch mit "Franz" angegeben)

Wiesner, Gerhard: Die wendischen Volkstrachten in der Niederlausitz. Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1931, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben (Spreewald); Seiten 63-65 (siehe direkt hier: )

Zeitzler, Kurt: Aus der Geschichte der Kirchengemeinde Krugau-Kuschkow (nach alten Büchern und Urkunden der Pfarre). Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1928, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Druck von Richter & Munkelt, Lübben N-L.; Seiten 54-56. Hier können Sie diesen Beitrag als PDF lesen:

Zwahr, Johann Georg: Niederlausitz-wendisch-deutsches Handwörterbuch. Herausgegeben von J. C. F. Zwahr, Druck von Carl Friedrich Säbisch, Spremberg 1847. Digitalisiert und als PDF zur Verfügung gestellt z.B. von Google (siehe direkt hier: ). Dort kann man unter anderem auf Seite 32 nachlesen, dass der Bubak der "Schwarze Mann" war, allerdings nur für kleine Kinder. Den Bubak riefen die Eltern immer dann, wenn man sich als Kind danebenbenommen hatte. In Kuschkow wohnte er in Gollitzka, im Wäldchen hinter der Mühle neben dem Weg nach Krugau, das wusste damals jeder im Dorf, da gab es überhaupt keine Zweifel ...


 


   

 
 

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Letzte Aktualisierung am 9.6.2022
 

   


 

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