Bilddokumente und Informationen zur Geschichte des Dorfes Kuschkow aus der Spreewaldregion in der Niederlausitz

 

 

Startseite Kuschkow-Historie      Fotografie und Architektur      Impressum und Datenschutz

 

Urheberrecht
 
Alle auf dieser Seite verwendeten Fotos und Abbildungen sind urheberrechtlich und nutzungsrechtlich geschützt.

Bildquellen und Rechteinhaber sind jeweils in den Bildunterschriften oder im Fließtext angegeben, siehe Impressum.
 

 

 
  



Kuschkow am nördlichen Rand der Niederlausitz

Dies ist die private Website von Doris Rauscher, aufgewachsen als Doris Jäzosch in Kuschkow, die ältere Tochter des Müllermeisters Manfred Jäzosch und seiner Ehefrau Jutta Jäzosch, geborene Thiele. Großvater war der Kuschkower Schmied und spätere Müllermeister Bernhard Jäzosch. Ziel der Website ist es, möglichst viele der noch existierenden Dokumente, Fotos und Berichte mit ortsgeschichtlichem Bezug zu Kuschkow der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Website versteht sich als persönliche Familien- und Heimatseite und gleichzeitig als sachliches Informationsangebot und digitales Archiv zur Dorfgeschichte.

Oben sehen Sie drei Bildausschnitte aus historischen Schulfotos, links mit dem Lehrer-Ehepaar Klintzsch, rechts mit Lehrer Wegener, mitten in der Mitte mein Vater Manfred Jäzosch; die vollständigen Fotos jeweils mit Angaben zu den Bildquellen finden Sie unten. Die Inhalte dieser Website mit Unterseiten werden nach bestem Wissen regelmäßig aktualisiert und erweitert, je nach zur Verfügung stehenden Dokumenten und Erkenntnissen. Anregungen, Korrekturen und sonstige Hinweise werden gern entgegengenommen und eingearbeitet, Kontaktdaten siehe ganz unten.

Hinweis: Diese Website und ihre Unterseiten sind optimiert für Desktop-PC und Notebook bzw. Laptop, nicht jedoch für Tablet und Smartphone.


 
 

 
Seitenübersicht

Startseite Kuschkow-Historie ‒ Das Dorf Kuschkow und seine Geschichte in Bildern und Texten

Die Kuschkower Mühle ‒ Mühlengeschichte und die Müllerfamilien Wolff / Jäzosch

Hochzeitsfeiern und Hochzeitsfotos ‒ Wie in Kuschkow und der Niederlausitz geheiratet wurde

Die Dorfschule in Kuschkow ‒ Dorflehrer und Schulkinder in Bildern und Texten

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teil 1 ‒ 1891 bis 1926 ‒ Seiten 0 bis 95

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teil 2 ‒ 1927 bis 1947 ‒ Seiten 96 bis 148 und Beilagen

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teile 3 und 4 ‒ 1947 bis 1953 und eigene Berichte

Klassenbücher aus der Dorfschule in Kuschkow ‒ Jahrgänge 1950/51 und 1954/55

Historische topographische Karten ‒ Kuschkow und die Niederlausitz auf Landkarten ab 1687

Separationskarten und Flurnamen ‒ Vermessung und Flurneuordnung in der Gemarkung ab 1842

Der Friedhof in Kuschkow ‒ Friedhofsgeschichte, Grabstätten und Grabsteine
 




Die Kuschkower Dorfschule und ihre Kinder

Auch dieses Thema behandelt die "Chronik der Gemeinde Kuschkow" (siehe unten) sehr ausführlich auf den Seiten 48-53, war doch der Autor Gerhard Scheibe, mein ehemaliger Chemie- und Physiklehrer, selbst Lehrer an der Kuschkower Schule. Er hatte auch mit seiner Ehefrau Walli Scheibe die Redaktion sowie teilweise die inhaltliche Bearbeitung dieser Chronik zur 675-Jahrfeier 2003 übernommen, wie auch für die vorangegangene Broschüre "Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Kuschkow" (siehe unten) anlässlich der 650-Jahrfeier 1978.


Die Dorfschule als Elementarschule

Die Dorfschule Kuschkow war eine Zwei-Klassen-Dorfschule im Halbtagsbetrieb für insgesamt acht Jahrgänge, die alle zusammen gleichzeitig von einem Lehrer in einem Schulzimmer unterrichtet wurden. Dabei bestand die Klasse II aus den Jahrgängen 1 bis 4 ("Die Kleinen") und die Klasse I aus den Jahrgängen 5 bis 8 ("Die Großen", sinngemäß die Primaner). Damals erfolgte die Zählung der Klassen von oben nach unten. Die Aufteilung der Schüler auf zwei Klassen hatte organisatorische Gründe, de facto handelte es sich um eine Einklassenschule, weil alle Kinder in nur einem Unterrichtsraum (Klassenzimmer) unterrichtet wurden. Dieses Unterrichtssystem war damals vergleichbar in fast allen Dörfern auch außerhalb von Brandenburg zu finden. Die achtjährige allgemeine Schulpflicht wurde in Preußen 1763 unter Friedrich II. eingeführt (Königlich-Preußisches General-Land-Schul-Reglement, siehe Literaturverzeichnis unten), in der ehemals sächsischen Niederlausitz wurde dieses Reglement nach 1815 übernommen. Im preußischen Regulativ von 1854 wurde dieser Schultyp als "Einklassige Elementarschule" bezeichnet.

In dem 1851 errichteten Schulhaus in der Kirchstraße befand sich auch die Lehrerwohnung. Bis heute unfassbar ist der Umstand, dass acht Jahrgänge gleichzeitig von nur einem Lehrer unterrichtet und beaufsichtigt wurden, anfangs ohne Hilfslehrerin bzw. Hilfslehrer. Zu Beginn der Schulchronik im Jahr 1891 waren das insgesamt 126 Kinder, die auf den Bänken im Schulzimmer Platz finden mussten. Auf der Grundriss-Skizze zur Lehrerwohnung (siehe unten) wurden nachträglich mit Bleistift die Maße des Schulzimmers eingetragen: 8,55 x 6,35 = 54,29 qm. Die auf den Fotos weiter unten abgebildete Ehefrau des Lehrers Johannes Klintzsch hat offenbar inoffiziell und unentgeltlich als Hilfslehrerin für ihren Mann mitgewirkt. Nach dem Reglement von 1763 durfte die Frau des Lehrers ihm "bey den Kleinen" helfen, wenn die Menge der Kinder dies erforderte. Erst 1933 wurde der Dorfschule in Kuschkow offiziell ein Hilfslehrer zugeteilt, die Lehrerwohnung später zeitweise freigezogen und ebenfalls für den Unterricht genutzt. Nach dem Krieg gab es eine dritte Lehrerstelle in nunmehr zwei Schulräumen im Erdgeschoss, oben wohnte wieder ein Lehrer. Die weitere Entwicklung wird in den Bänden der Schulchronik auf den folgenden Webseiten beschrieben.

Im Jahr 1891, zu Beginn der Amtszeit des Lehrers Johannes Klintzsch und seiner Schulchronik, galten für das Dorfschulwesen in Preußen folgende Gesetze und Vorschriften (siehe dazu unten das Literaturverzeichnis mit Verlinkungen zu den Texten):
- Königlich-Preußisches General-Land-Schul-Reglement von 1763;
- Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten (ALR) von 1794, Teil 2, Titel 12, §§ 12-53 "Von gemeinen Schulen";
- Verordnung über den Schulbesuch. Verordnung der Regierung zu Frankfurt a. d. Oder vom 24. März 1853
- Preußisches Regulativ vom 3. October 1854 über die Grundzüge, betreffend Einrichtung und Unterricht der evangelischen
- einklassigen Elementarschule.

Zu dieser Rechtslage erschien 1861 ein ausführlicher Kommentarband von O. Ebmeyer: Die Rechtsverhältnisse der Preußischen Elementarschule und ihres Lehrers (ebenfalls unten verlinkt).

Das folgende Foto aus dem Familienarchiv Jäzosch zeigt das Schulhaus im Zustand um 1957, über dem Eingang bezeichnet mit "Grundschule Kuschkow". Zu dieser Zeit war die ursprüngliche Fledermausgaube über dem Eingang bereits durch eine größere Schleppgaube ersetzt, auch die Fenster im Dachgiebel waren verändert. Die alte Fledermausgaube ist noch auf dem Schulbild von 1938 zu sehen. Danach ein Ausschnitt aus der Grundriss-Skizze zur Dienstwohnung des Lehrers Wegener, entstanden wohl um 1922 zu seinem Dienstbeginn (um eine Vergrößerung der Zeichnung zu sehen, klicken Sie hier: ).



Diese Grundrisszeichnung ist dem ersten Band der Schulchronik entnommen, sie wurde dort als loses Blatt eingelegt und ist durch sorgfältige Behandlung erhalten geblieben. Weitere Angaben dazu finden Sie auf der folgenden Webseite.


Dorfschullehrer und Schulkinder

Es kann momentan nicht genau gesagt werden, wann in Kuschkow die Schulpflicht für die Dorfschule begann. Eine Schulordnung gab es in Kursachsen seit 1724, die allgemeine Volksschulpflicht einschließlich Regelungen zur Bezahlung des Schulgeldes jedoch erst ab 1805. Lehrer Noack könnte um oder ab 1795 in der alten Dorfschule unterrichtet haben, auf dem folgenden Bild ist er zu sehen in einer lithographischen Darstellung um 1830.
 

Ein Schulgebäude könnte schon deutlich früher existiert haben, die Akte des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (BLHA), Rubrik Allgemeine Kirchenangelegenheiten, verzeichnet für den Zeitraum von 1733-1795 ein Gesuch des Lehrers Christian Lehninger zu Trebatsch um Übertragung des Schuldienstes in Krugau und Kuschkow.

Wie oben bereits beschrieben, befand sich die alte Dorfschule gemäß Gemeinde-Chronik in der Koinzstraße (jetzt Pretschener Straße 9), bis das neue Schulhaus (jetzt Kindergarten) 1851 in der Kirchstraße bezogen werden konnte. Es hatte anfangs nur ein Schulzimmer und Wohnräume für die Lehrer.

Die Schulchronik (siehe hier: ) wurde im Jahr 1891 durch den Lehrer Otto Johannes Klintzsch begonnen. Noch findet man seinen Grabstein auf dem Friedhof; es ist sehr zu wünschen, dass dieser und die anderen historischen Grabsteine als Denkmale der Ortsgeschichte erhalten bleiben und weiterhin gepflegt werden.

Die folgenden Schulbilder stammen aus dem Familienbesitz Wolff/Jäzosch und Schneider/Paech jeweils aus den Jahren, in denen Familienmitglieder die Schule besuchten. Es handelt sich meist um Jahrgangsbilder mit Lehrer und Hilfslehrerin bzw. Hilfslehrer. Zusätzlich werden auch einige Bilder aus anderen Orten gezeigt, wenn Mitglieder dieser beiden Familien dort die Schule besucht haben und auf den Fotos (einigermaßen sicher) zu erkennen sind.

 


Schulbild aus dem Jahr 1912, fotografiert vor der Dorfkirche. Links im Bild und auch auf den folgenden beiden Bildern ist der Lehrer Otto Johannes Klintzsch (1858-1926) zu sehen, von der Königlichen Regierung berufener Lehrer und Küster, er war in Kuschkow vom 2.10.1891 bis 1.10.1922 tätig, auch als Standesbeamter. Er bewohnte eine Lehrerwohnung in der Schule. Die Schulchronik wurde von ihm begonnen. Neben vielen weiteren Tätigkeiten leitete er auch den Schulchor. Nach den Erzählungen der Alten genoss er die höchste Achtung und Wertschätzung im Dorf. Die Hilfslehrerin vor ihm auf dem Bild war seine Ehefrau Elisabeth Klintzsch (1879-1932, geborene Dillan), sie ist ebenfalls auf den folgenden beiden Bildern zu sehen. Als der Lehrer Klintzsch 1891 im Alter von 32 Jahren sein Amt übernahm, war seine spätere Ehefrau noch seine 12-jährige Schülerin. Auf der Seite "Friedhof" wird der gut erhaltene gemeinsame Grabstein gezeigt, der sich heute in der Sammlung historischer Grabsteine an der Südseite des Friedhofs befindet.

 

Schulbild um 1915 aus Goyatz, vermutlich mit Anna Lanto (das Mädchen mit dem hellen Überkleid rechts außen, geboren 1908, später verheiratete Schneider, die Mutter von Ellen Schneider, unsere Nachbarn in Kuschkow). Links hinten der Lehrer, die junge Frau vor ihm könnte eine Hilfslehrerin sein, eventuell seine Ehefrau. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)

 

Ein weiteres Schulbild um 1915 ebenfalls aus Goyatz, wieder mit Anna Lanto (das dritte Mädchen von links in der vorletzten Reihe, mit der ausgekratzten Stelle im Bild, hier wollte offenbar jemand mit dem Fingernagel ganz deutlich zeigen, um wen es geht). Rechts wieder der Lehrer, diesmal mit Hund. Von diesem einen Lehrer wurden 55 Kinder in einem Schulzimmer gleichzeitig unterrichtet und betreut. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)


Schulbild um 1918-1920 (?) mit dem Lehrer-Ehepaar Klintzsch, fotografiert vor der Dorfkirche.

 

Schulbild um 1918-1920 (?) mit dem Lehrer-Ehepaar Klintzsch, fotografiert vor der Dorfkirche.

 

Schulbild um 1928-1930 (?) mit Lehrer Fritz Wegener, die "Kleine Gruppe" der beiden Schulgruppen. In der Kuschkower Dorfschule gab es zwei Gruppen: Die Gruppe der Kleinen (1.-4. Klasse) und die Gruppe der Großen (5.-8. Klasse), insgesamt etwa 50-80 Schüler. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)


Wie Lehrer Klintzsch gehörte der Lehrer Fritz Wegener zu den wichtigen Persönlichkeiten, die das Leben des Dorfes wesentlich prägten und sehr geschätzt wurden. Er wurde am 11.9.1922 zunächst als Schulamtsanwärter von der Regierung in Frankfurt/O. mit der einstweiligen Verwaltung der Lehrer- und Küsterstelle in Kuschkow beauftragt und später als offizieller Nachfolger von Lehrer Klintzsch eingesetzt. Das Lehramt war gleichzeitig mit der Tätigkeit als Küster sowie als Organist und Kantor verbunden. Er bestand 1924 die II. Prüfung als Lehrer in der Schule Kuschkow. Am 23. April 1924 heiratete Fritz Wegener die Tochter des verstorbenen Lehrers und Kantors Wolf, Marie Magdalena aus Kunzendorf N.L. und lebte mit ihr in der Schulwohnung in Kuschkow (siehe Schulchronik Seite 74, 1924, Heirat). Das Ehepaar hatte mindestens zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn.

Die Ziele seines Wirkens erklärt er in der Chronik. Kuschkow verdankt ihm sehr viel, nicht nur auf pädagogischem Gebiet. Dank seiner Recherchen und Aufzeichnungen zur frühen Geschichte von Kuschkow, die er auch in der Presse öffentlich machte, hat er das Wissen darum für den Interessierten gesichert. In den 12 Jahren seiner Tätigkeit modernisierte er die Schulausbildung, es sind wichtige Fortschritte gemacht worden. Dazu zählt die am 9. November 1925 gegründete Fortbildungsschule als Folgeeinrichtung nach dem normalen Schulabschluss. Diese Fortbildungsschule fand berufsbegleitend am Abend für in Ausbildung oder Beruf befindliche Jugendliche statt. Daneben aktivierte er den Jugendsport, führte Sportunterricht auch für Mädchen ein und bemühte sich um einen Sportplatz. Neben all den positiven Wirkungen des Sportes auf die Gesundheit war es auch politisches Ziel in dieser Zeit, trotz der durch den Versailler Vertrag eingeschränkten militärischen Ausbildung nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg die männliche Jugend körperlich zu ertüchtigen.

Unter seiner Leitung wurden der Männerchor "Concordia" wieder belebt, der Mädchenchor "Singschar" und der Schulchor gegründet. Wegener besuchte spezielle musik- und theaterpädagogische Weiterbildungen und setzte diese Qualifikation praktisch in der Programmgestaltung jeglicher Feste im Dorf um. Sogar Kirchenkonzerte wurden unter Mitwirkung seiner Chöre und ihm selbst gegeben. Unter seiner Regie erreichte das kulturelle Leben in Kuschkow seinen Höhepunkt. Einiges wurde als Tradition fortgeführt, auch lange nach seinem Weggang am 1. November 1934 nach Neu Zauche. Auch über Neu Zauche sind Artikel von ihm im Lübbener Kreiskalender zu lesen. All das erfährt man beim Lesen der Schulchronik. Der Uhrmachermeister von Kuschkow, Herr Alfred Rattei, teilt in seinem Aufsatz mit, dass Lehrer Fritz Wegener wie auch sein Sohn im Krieg geblieben sind (dieser Text ist am Ende im Teil 2 der Chronik zu finden).

Die folgenden zwei Bilder zeigen den Lehrer Fritz Wegener links mit seinem Lehrerkollegen Max Michelchen und rechts mit seiner Frau Marie Magdalena und seiner Tochter, beide Bilder vermutlich um 1930. Weitere Informationen zu diesem Lehrer einschließlich autobiografische Angaben finden Sie im Teil 1 der Schulchronik ab Seite 60 (siehe direkt hier: ) sowie auf den Seiten 67-68.
 


Schulbild aus dem Jahr 1931 mit Lehrer Fritz Wegener, fotografiert vor der Dorfkirche. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)

 

Schulbild in Mittweide aus dem Jahr 1931, fotografiert wohl vor dem dortigen Schulgebäude. Gezeigt wird dieses Bild, weil hier auch Kinder aus Kuschkow dabei sind. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)

 

Schulbild aus dem Jahr 1934 mit Lehrer Fritz Wegener (rechts), fotografiert vor der Dorfkirche. Der Lehrer Fritz Wegener, der auch einige Beiträge zur Kuschkower Geschichte im Lübbener Kreis-Kalender verfasst hat (siehe Literaturverzeichnis unten) war vom 11.9.1922 bis 1.11.1934 an der Dorfschule tätig; dieses Foto ist somit das letzte Jahrgangsfoto mit ihm. Links im Bild ist sein ihm 1933 zugeteilter Hilfslehrer zu sehen.

 

Schulbild aus dem Jahr 1938, fotografiert vor der Dorfschule in der Kirchstraße (heute Kindergarten). Über dem Eingang befand sich zu dieser Zeit die Losung "Schulzeit ist Saatzeit", angebracht während der Herbstferien 1928 nach dem Neuverputz der Fassade (siehe Schulchronik). Der Lehrer rechts im Bild war Gerhard Thürmer, an der Schule tätig von November 1934 bis Januar 1940. Der stehende kleine Junge unten in der Bildmitte mit Strickjacke und ausgebeulten Hosentaschen war mein Vater Manfred Jäzosch, eingeschult 1936, der spätere Müllermeister von Kuschkow.

Gemäß Schulchronik wurde das Schulgebäude mit nur einem Schulzimmer für zwei Schulklassen zu je vier Jahrgängen sowie der Lehrerwohnung 1851 an dieser Stelle errichtet, die alte Fledermausgaube und die Biberschwanz-Dachdeckung sowie das noch erhaltene alte Kreuzstockfenster mit Sprossenverglasung rechts würden zu dieser Bauzeit passen. Hinter diesem rechten Fenster befand sich das Wohnzimmer der Lehrerwohnung. Die beiden Fensternischen (Blindfenster, Fensterblenden) neben der Tür hatten rein gestalterische Funktion. Die Fassade wurde später sicher mehrfach neu verputzt, auch dieses Haus hatte noch 1938 keine Dachrinne, das abfließende Regenwasser dürfte die Fassade geschädigt haben, besonders im unteren Bereich. Alle auf dem Foto abgebildeten 69 Kinder wurden gleichzeitig von nur einem Lehrer in einem Schulzimmer unterrichtet; weitere Angaben dazu siehe oben sowie auf den folgenden Seiten in der Schulchronik.

 


Zwei Schulbilder von 1947, beide am selben Tag zur gleichen Zeit mit Lehrerin fotografiert vor der Dorfschule in der Kirchstraße; die Originalfotos sind leider klein und in schlechter Bildqualität. Auf dem unteren Bild in der ersten Reihe das fünfte Mädchen von links ist Ellen Schneider (geboren Juli 1940), in der zweiten Reihe der zweite Junge von rechts ist Werner Wilke ("Wernchen"), der spätere Dorffotograf von Kuschkow und Rennradfahrer. Auf dem oberen Bild mit der kleineren Gruppe konnten leider keine Kinder erkannt werden; Hinweise dazu werden gern entgegengenommen, Kontaktdaten siehe ganz unten. (Beide Fotos: Familienarchiv Schneider/Paech)
Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei der abgebildeten Frau nicht um eine Kuschkower Lehrerin sondern um die Schulrätin Frau Wismann, die am 16.10.1947 die Kuschkower Dorfschule besuchte und dem Unterricht beiwohnte; siehe dazu die Angaben in der Schulchronik Teil 3. Zu dieser Zeit gab es in Kuschkow keine Lehrerin sondern nur die beiden Lehrer Schmädicke und Strempel.

 

Schulbild von einem Wandertag 1953. Ellen Schneider mit blonden Zöpfen vorn in der Mitte, rechts außen kniet Wolfgang Hilbert. Offenbar handelt es sich um die in der Schulchronik Teil 3 erwähnte Wanderung nach Saalfeld in Thüringen in der Zeit vom 17. - 23 Juli 1953. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)

 

 




Quellen- und Literaturverzeichnis

Hinweis: Hier finden Sie nur Literaturangaben zum Inhalt dieser Seite. Das allgemeine Literaturverzeichnis zu Kuschkow und der Niederlausitz als Thema der gesamten Website finden Sie auf der Hauptseite (Startseite, siehe hier: ).

Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten (ALR) von 1794. Textauszug Teil 2, Titel 12 "Von niederen und höheren Schulen", §§ 12-53 "Von gemeinen Schulen." (entnommen der Ausgabe von 1804 in vier Bänden mit einigen eingearbeiteten Aktualisierungen und Änderungen, Seiten 181-187; digitalisiert vom Münchener DigitalisierungsZentrum der Bayerischen Staatsbibliothek; Auszug siehe direkt hier: )

Brandenburgisches Landeshauptarchiv ‒ BLHA, im Internet unter https://blha.brandenburg.de (siehe direkt hier: ) mit Rechercheangeboten zu sämtlichen historischen Dokumenten der brandenburgischen Landesgeschichte. Viele der Dokumente sind inzwischen digitalisiert und per Internet frei zugängig, auch diverse Fachbücher kann man sich als PDF-Dateien herunterladen.

Chronik der Gemeinde Kuschkow. Erarbeitet 2002 von Birgit Martin als ABM-Leistung im Auftrag der Gemeinde Kuschkow. Umfangreiche Loseblattsammlung in einem Ordner, aufbewahrt und weiterverarbeitet zur gedruckten Chronik durch Familie Gerhard Scheibe 2003 (siehe nächste Position).

Chronik der Gemeinde Kuschkow. Herausgegeben von der Gemeindevertretung Kuschkow zur 675-Jahrfeier 2003; Redaktion und inhaltliche Bearbeitung durch Familie Gerhard Scheibe; Kuschkow 2003

Ebmeyer, O.: Die Rechtsverhältnisse der Preußischen Elementarschule und ihres Lehrers. Eine systematische Bearbeitung der in Preußen, bezüglich der äußeren Rechtsverhältnisse der Elementar-Schulen und Lehrer, gültigen Bestimmungen. Im Verlage der Hofbuchdruckerei von Trowitzsch & Sohn, Frankfurt a.O. 1861 (digitalisiert von Google, siehe direkt hier: ). Eine Übersicht über die Situation auch des ländlichen / dörflichen Schulwesens mit vielen rechtlichen und organisatorischen Details.

Königlich-Preußisches General-Land-Schul-Reglement, wie solches in allen Landen Seiner Königlichen Majestät von Preussen durchgehends zu beobachten. De Dato Berlin, den 12. August, 1763. Magdeburg, gedruckt mit Hechtelischen Schriften. Mit detaillierten Stundenanweisungen, usw. Digitalisiert als PDF von der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt unter https://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd18/content/titleinfo/5437782 (siehe direkt hier: )

Lübbener Kreiskalender (Kreis-Kalender) in historischen Ausgaben ab 1913 (Stand Dezember 2022), digitalisiert als PDF mit vielen interessanten Beiträgen auch zu Kuschkow und Umgebung, findet man auf der Website der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam unter https://opus4.kobv.de/opus4-slbp/solrsearch/index/search/searchtype/collection/id/18476

Scheibe, Gerhard: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Kuschkow, Kreis Lübben. Kuschkow 1978 (erschienen im Eigenverlag der Gemeinde zur 650-Jahrfeier)

Stiehl, Ferdinand: Die drei Preußischen Regulative vom 1., 2. und 3. October 1854 über Einrichtung des evangelischen Seminar-, Präparanden- und Elementarschul-Unterrichts. Im amtlichen Auftrage zusammengestellt und zum Drucke befördert von F. Stiehl. Verlag von Wilhelm Hertz (Bessersche Buchhandlung), Berlin 1854. Ab Seite 61 das Regulativ vom 3. Oktober 1854: Grundzüge, betreffend Einrichtung und Unterricht der evangelischen einklassigen Elementarschule. Digitalisiert als PDF vom Münchener DigitalisierungsZentrum der Bayerischen Staatsbibliothek (siehe direkt hier: ).

Verordnung über den Schulbesuch. Verordnung der Regierung zu Frankfurt a. d. Oder vom 24. März 1853. Enthalten bei Ebmeyer, Seiten 71-72 (siehe oben, Textauszug direkt hier: ). Enthält unter anderem Regelungen zu Beginn und Dauer des Schulbesuchs.

Wegener, Fritz: Beiträge zur Chronik des Dorfes Kuschkow. Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1927, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben (Spreewald); Seiten 46-51 (siehe direkt hier: )

Wegener, Fritz: Die 600-Jahrfeier der Dorfgemeinde Kuschkow. Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1929, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben (Spreewald); Seite 44 (siehe direkt hier: ; der Name des Lehrers Wegener ist im Artikel falsch als "Wegner" angegeben)


 


 

 
Seitenübersicht

Startseite Kuschkow-Historie ‒ Das Dorf Kuschkow und seine Geschichte in Bildern und Texten

Die Kuschkower Mühle ‒ Mühlengeschichte und die Müllerfamilien Wolff / Jäzosch

Hochzeitsfeiern und Hochzeitsfotos ‒ Wie in Kuschkow und der Niederlausitz geheiratet wurde

Die Dorfschule in Kuschkow ‒ Dorflehrer und Schulkinder in Bildern und Texten

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teil 1 ‒ 1891 bis 1926 ‒ Seiten 0 bis 95

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teil 2 ‒ 1927 bis 1947 ‒ Seiten 96 bis 148 und Beilagen

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teile 3 und 4 ‒ 1947 bis 1953 und eigene Berichte

Klassenbücher aus der Dorfschule in Kuschkow ‒ Jahrgänge 1950/51 und 1954/55

Historische topographische Karten ‒ Kuschkow und die Niederlausitz auf Landkarten ab 1687

Separationskarten und Flurnamen ‒ Vermessung und Flurneuordnung in der Gemarkung ab 1842

Der Friedhof in Kuschkow ‒ Friedhofsgeschichte, Grabstätten und Grabsteine
 

 
 

Impressum und Datenschutz



 
Letzte Aktualisierung dieser Seite am 2.6.2024
 

   


 

Dies ist die private Website von Doris Rauscher, 16548 Glienicke/Nordbahn, Kieler Straße 16,
Telefon: 0173 9870488, E-Mail: doris.rauscher@web.de
 
Copyright © Doris Rauscher 2021-2024


Hinweis zur Beachtung: Diese Website und ihre Unterseiten sind optimiert für Desktop-PC und Notebook bzw. Laptop, nicht jedoch für Tablet und Smartphone.