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Siedlung, Haus und Hof in Kuschkow
Hier auf dieser Seite gibt es einen Überblick über die (vermutliche)
siedlungsgeschichtliche Entwicklung des Dorfes sowie über die
verbreiteten Haus- und Hofformen. Leider ist durch Abriss, Umbau und
Modernisierungen vom historischen Baubestand nur noch sehr wenig in den
ursprünglichen Formen erhalten. Besonders die funktionell nicht
erforderlichen Schmuckelemente wurden bei den Häusern beseitigt; gerade
diese sind es jedoch, die häufig Auskunft geben über die Entstehungszeit
eines Gebäudes. Auch im Siedlungsbild hat es in den letzten 150 Jahren
starke Veränderungen gegeben, besonders durch den Straßenbau; siehe
dazu die Informationen auf der Startseite. Zuerst noch einmal die auf
der Startseite bereits gezeigte Separationskarte von 1857 zur
Orientierung im Dorfgebiet:
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Karte der Feldmark Kuschkow 1842 / 1857. Bildquelle: Foto der historischen
Originalkarte, © Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA),
Signatur: Rep. 24 Lübben K 42 G/ÜF; Fotografin: Doris Rauscher; Ausschnitt aus der Gesamtkarte,
Schriftfeld mit dem Text: "Rein Karte von der Feldmark Kuschkow. Zur Krugauer
Kirche gehörig. Regierungsbezirk Frankfurt, Kreises Lübben. Vermessen im Jahre 1842 durch Klein II,
copirt im Jahre 1857 von L. Koch IV, Reg. Geometer." Weitere Abbildungen der Gesamtkarte
werden auf der Kartographie-Seite sowie der Separations-Seite gezeigt. Dort gibt es auch eine
Liste der historischen Flurnamen in der Gemarkung Kuschkow, die unter anderem
Rückschlüsse auf die Nutzung der Grundstücke bzw. Flurstücke zulassen.
Siedlungsstruktur und Dorfform
Die detailreich gezeichnete Separationskarte zeigt sehr gut die städtebauliche / dorfbauliche
Struktur von Kuschkow. Demnach handelt es sich bei dem historischen Kernbereich des Dorfes
um ein Straßendorf mit stark erweitertem Straßenraum, schon im Übergangsbereich zum
Angerdorf, besonders das südliche Ende der Dorfstraße ist angerartig erweitert. Ein
planmäßig angelegter Dorfgrundriss ist deutlich erkennbar. Ob diese 1842 dokumentierte
planmäßige Parzellierung dem mittelalterlichen Dorf aus der Gründungszeit entspricht
oder ob die breite Dorfstraße erst bei einem späteren Wiederaufbau des Dorfes nach
Zerstörung angelegt wurde, um etwa aus Brandschutzgründen die Hofabstände zu vergrößern
oder um eine angerartige Freifläche zur Nutzung für die Dorfgemeinschaft zwischen den
privaten Höfen zu erhalten, muss offen bleiben, dazu gibt es bisher keine Erkenntnisse.
Interessant sind dazu auch die Anmerkungen von Alfred Rattei von 1963 (wiedergegeben
ganz am Ende der Schulchronik).
Dennoch ist Kuschkow kein Angerdorf. Es fehlt die allseitig von der Dorfstraße umschlossene
zentrale Angerfläche, auf der sich ursprünglich in den meisten Angerdörfern mindestens
die Kirche mit Friedhof sowie je nach Platzverhältnissen auch Schmiede, Hirten-
und Küsterhaus, Schule und Spritzenhaus sowie ein Dorfteich als Viehtränke und
Feuerlöschteich befanden. Eine in dieser Form als "Allmende" nutzbare Fläche
gab es nie in Kuschkow zwischen den beiden Hofreihen an der Dorfstraße, die Straße war
offenbar schon immer die zentrale Erschließungsachse für alle anliegenden Bauern- und
Kossätenhöfe und die Dorfkirche befand sich schon immer nördlich außerhalb des Dorfes.
Die heutige Bezeichnung der Dorfstraße als "Dorfanger" ist daher zumindest
aus siedlungsgeschichtlicher Sicht nicht ganz zutreffend. Erst später haben sich entlang
der Ausfallstraßen in Richtung Gröditsch, Pretschen und Neu Lübbenau kleinere Hofstellen
entwickelt. Die alten Höfe der Bauern befanden sich an der Dorfstraße, hier liegt der
Ursprung von Kuschkow, bis heute ist dies im Dorfgrundriss ablesbar. Weitere Angaben
zur allgemeinen Entwicklung der brandenburgischen Dorfformen siehe hier:
►
Bei Annahme dieser Dorfstruktur als ursprünglich ist Kuschkow sehr wahrscheinlich
eine planmäßige deutsche Dorfgründung für etwa 14 bis 18 Siedler in einem zur
Gründungszeit bereits von Slawen (und Deutschen ?) besiedelten Gebiet. Ein in
dieser Form geordneter und parzellierter Dorfgrundriss war bei den Slawen
nicht üblich. Die Dorfgründung kann mit der Kolonisierung der Lausitz unter
der Herrschaft der wettinischen Markgrafen von Meißen im 13. Jahrhundert
erfolgt sein. Das korrespondiert auch mit den Entwicklungsdaten von Burg
und Stadt Lübben, wie sie bei Neitmann und anderen (siehe
Literaturverzeichnis) angegeben werden.
Das neue Dorf Kuschkow wurde wohl in Nachbarschaft zu einer bereits
bestehenden (oder schon wieder verlassenen) slawischen Siedlung gegründet,
diese könnte im Gebiet des "Wotschowberges" südlich der Mühle
gelegen haben (weitere Angaben siehe Mühlenseite), dort wurde alte Keramik
aus unterschiedlichen Zeiten gefunden. Ebenfalls denkbar ist die
Wiederbesiedlung und Neuparzellierung einer verlassenen slawischen
Dorfstelle. In der Folgezeit hat eine beiderseitige kulturelle und
sprachliche Assimilation stattgefunden. Im Jahr 1004 hat Kuschkow
jedenfalls (noch) nicht existiert, sonst wäre es unter den Dörfern
im "Gebiet nördlich von Lübben" gewesen, welches König
Heinrich II. dem Kloster Nienburg gemäß Urkunde vom 8. August 1004
übereignet hat (siehe dazu die Ortschroniken von Kuschkow 2003 und
Gröditsch 2004). Dieses Gebiet umfasste die Dörfer Leibchel, Pretschen,
Gröditsch, Leibsch, Schlepzig und Krausnick. Mitten in diesem Gebiet
hätte Kuschkow gelegen und wäre mit Sicherheit ebenfalls Gegenstand
der Übereignung gewesen, wenn es denn zu dieser Zeit bereits (oder
wieder) existiert hätte. Weitere Vermutungen und Spekulationen zur
Frühzeit des Dorfes findet man im Literaturverzeichnis.
Der im Ortszentrum ab der Hauptkreuzung östlich abgehende Straßenzug in
Richtung Pretschen und Gröditsch (heute Pretschener Straße und Alte Straße)
mit seinen kleinen Höfen hieß damals "das Koinzviertel", der
Straßenzug wurde wohl umgangssprachlich innerhalb des Dorfgebietes
durchgängig als "Koinzstraße" bezeichnet (von sorbisch /
slawisch konz, konc = Ende, am Ende). Die Verbindung in Richtung
Gröditsch war bedeutsam, weil auf diesem Weg die Mühle lag, jeder Bauer
musste mit seinem Korn dorthin. Wie man oben auf der Separationskarte
sehr gut sehen kann, waren die Höfe und Hofgrundstücke hier deutlich
kleiner als die Bauernhöfe des alten Kerndorfes, es dürfte sich also
überwiegend um Kossäten- und Büdnerhöfe gehandelt haben. Auch waren
nach den Eintragungen in der Separationskarte (siehe Sonderseite)
sowie nach den Angaben von Familie Gerhard Scheibe in der Ortschronik
von 2003 (Seite 34) bis 1961 sämtliche Höfe bzw. Häuser des Dorfes
reihum fortlaufend durchnummeriert, was im Laufe der Zeit durch Hofteilungen
und Neugründungen ein teils chaotisches Nummernsystem zur Folge hatte, weil
neuen Häusern bzw. Hofgrundstücken in der Reihenfolge ihrer Entstehung
neue Nummern zugeteilt wurden. Manchmal wurde den Hofnummern bei
Teilungen oder Zuerwerb auch ein Buchstabe oder eine Ziffer angehängt.
Erst 1961 wurden formell neue Straßennamen eingeführt mit jeweils
separaten Haus- und Hofnummern, bis dahin gab es offiziell im gesamten
Dorf nur einen Straßennamen: Dorfstraße. Jedoch wurde z.B. noch 1962
der Hof Schneider vom Grundbuchamt mit der alten Anschrift Dorfstraße 52
angegeben. Es hat offenbar einige Zeit gedauert, bis die neuen Anschriften
auch amtliche Verwendung fanden. Im Alltag waren schon vorher zur besseren
Orientierung verschiedene Namen in Gebrauch, teils mit sorbischen /
wendischen Ursprüngen (z.B. Koinz).
Interessante Informationen zum Vergleich bietet auch der Ausgrabungsbericht zum Dorf Horno
von 2004 vor seiner Zerstörung durch Abbaggerung für den Braunkohletagebau: Henker / Kirsch,
Dorfgründungen in der Lausitz, dort Seite 179 mit einer Zeichnung der Dorfanlage (siehe unten,
Literaturverzeichnis, oder direkt hier:
►).
Das mittelalterliche Dorf Horno hatte eine mit Kuschkow vergleichbare Struktur, ein Straßendorf mit
einer sehr breiten Dorfstraße, hier jedoch mit einer einseitigen Erweiterung zum echten Anger mit
Kirche und Friedhof sowie Dorfteich am Ende der Straße, es wird deshalb zu Recht als Straßenangerdorf
bezeichnet, eine Mischform aus Straßendorf und Angerdorf. Auch die auf Basis der Grabungsbefunde
vermutete Hofstruktur sowie die Giebelstellung der Bauernhäuser dürften mit dem mittelalterlichen
Kuschkow vergleichbar sein.
Hausformen, Bauernhöfe und Bautraditionen
Die ehemalige Staatsgrenze zwischen dem Königreich Preußen (Brandenburg) und dem
Kurfürstentum Sachsen (Niederlausitz) ist nicht nur die historische Sprachgrenze
zwischen Niederdeutsch (Märkisch Platt) und Oberdeutsch (Hochdeutsch), sondern
auch die südliche Grenze für einen Haustyp, der ehemals ganz Brandenburg geprägt
hat: das Brandenburgische Giebelflurhaus (früher bezeichnet als Märkisches Mittelflurhaus),
welches immer giebelständig mit dem Hauseingang zur Straße stand. Dieser Eingang war
jedoch nur der Sonntagseingang für Gäste zu besonderen Feierlichkeiten, alltags wurde
ein zweiter (traufseitiger) Eingang vom Hof aus genutzt, der meist in die zentral
gelegene Küche führte. Weitere Angaben zu den im Folgenden genannten Haustypen
siehe hier:
►
und hier:
►.
In der Niederlausitz kam dieser norddeutsch geprägte Haustyp nicht vor, die Anlage
der Höfe und die Stellung der Wohngebäude auf den Höfen war jedoch vergleichbar,
rein äußerlich fehlte nur der Hauseingang auf der Giebelseite. Außerdem
hatten die alten Fachwerkhäuser in der Niederlausitz durch den fehlenden
Mittellängsflur geringere Hausbreiten und damit einen sparsameren Holzbedarf.
Die folgenden Fotos hier auf dieser Seite werden fast alle noch einmal
auf den anderen Seiten gezeigt, dort stehen jedoch nicht mehr die
Baugeschichte im Vordergrund sondern familiäre Beziehungen und
Ereignisse sowie andere dorfgeschichtliche Berichte.
Auf der Separationskarte von Kuschkow kann man zumindest ansatzweise die damaligen Hofstrukturen
erkennen. Allerdings sind die Gebäudedarstellungen auf dieser Karte mit Vorsicht zu behandeln,
weil die bebauten Grundstücke in der Ortslage aus steuerrechtlichen Gründen nur in ihren äußeren
Grenzen ohne Gebäude aufzumessen waren und insoweit nicht klar ist, ob der Kuschkower Gebäudebestand
von den Vermessern korrekt dargestellt oder nur grob "nachrichtlich" nach Augenmaß eingetragen wurde.
Zumindest die grundsätzlichen Hofstrukturen und in den meisten Fällen auch die Stellung der Wohngebäude
lassen sich aber aus ihren Grundflächen ableiten.

Karte der Feldmark Kuschkow 1842 / 1857, Auszug mit dem
historischen Dorfkern. Bildquelle: Landkreis Dahme-Spreewald, Kataster-
und Vermessungsamt Lübben, historisches Liegenschaftskataster,
© für das Digitalisat der Originalkarte:
Kataster- und Vermessungsamt Lübben; weitere Angaben siehe auf der
Sonderseite zur Separationskarte. Die vermutlichen Wohnhäuser wurden
nachträglich rot markiert. Bei den Höfen Nr. 1a, 2 und 54 wurden keine
roten Markierungen vorgenommen, weil in diesen Fällen die Wohngebäude
allein aus ihren Grundflächen und Stellungen auf dem jeweiligen
Grundstück nicht sicher zu erkennen sind. Hof 1a war schon der Nummer
nach eine Untereinheit zu Hof Nr.1 (Hof Elsner) am anderen Ende der
Dorfstraße, dieser Hof gehörte in Kuschkow zu den "Stammgütern".
Es ist deshalb fraglich, ob zur Zeit der Kartierung auf 1a überhaupt
ein Wohnhaus existierte oder ob es sich hier nur um einen reinen
Wirtschaftshof handelte.
Die Wirtschafts- und Nebengebäude sind, wie auch in den Nachbarregionen
üblich, um die Hoffläche gruppiert, Stallgebäude mit Heuboden meist
giebelständig unmittelbar an der Grundstücksgrenze zur Straße, im
vorderen straßenseitigen Teil dieser Gebäude war häufig das Altenteil
untergebracht. Es gab Dreiseithöfe und Vierseithöfe jeweils in offener
Bebauung, jedes Gebäude wurde als Einzelgebäude errichtet. Verbindungsbauten
entwickelten sich erst später z.B. durch zwischengesetzte Schuppen.
Mehrfach tauchen an der Straße Winkelbauten auf im Anschluss an die
seitlichen Stallgebäude. Eventuell waren das Torhäuser, dafür gibt es
jedoch keine Belege. Da Torhäuser zur Zeit des Fachwerkbaus in den
Dörfern der Niederlausitz weit verbreitet waren, kann man mit einiger
Sicherheit davon ausgehen, dass sie auch in Kuschkow existierten. In
älteren Publikationen wurden die (wendischen) Torhäuser auch als
"Durchfahrtsschuppen" bezeichnet. Die kleinen Backhäuser
sind als Einzelgebäude mit Abstand (Brandschutz) hinter den Höfen
erkennbar. Das ehemalige Backhaus zum Hof Wilke / Weiher in der
Pretschener Straße 15 wird ganz unten gezeigt.
Auffallend sind die großen Scheunen, welche ausnahmslos im rückwärtigen
Grundstücksbereich mit deutlichem Abstand zu den Hofgebäuden errichtet
wurden. Ursache dafür waren praktische landwirtschaftliche Gründe sowie
Vorschriften und eigene Erfahrungen mit dem Brandschutz. Man kann davon
ausgehen, dass zur Zeit der Vermessungsarbeiten für die Separation noch
alle Scheunen und vermutlich auch die meisten Wirtschaftsgebäude auf
den Höfen mit Stroh oder Reet gedeckt waren, Scheunen galten immer als
die größten Brandbeschleuniger bei Dorfbränden. Wichtiger waren in Kuschkow
aber wohl die praktischen Gründe. Man wollte von den hinter den Höfen
liegenden Agrarflächen mit den Erntewagen direkt vom Feld in die
Scheune fahren, ohne das hofgebundene Gartenland (die Wörden, grün
schraffiert) durchfahren zu müssen, das hätte Nutzfläche gekostet.
Brandschutz im Dorf: Zur Zeit der Separationskarte galt
in der Niederlausitz die "Dorf-Feuer-Ordnung für das Markgraftum Niederlausitz"
von 1781. In den ehemals sächsischen Landesteilen blieben nach 1815 vorerst noch
die alten sächsischen Gesetze in Kraft. In dieser Verordnung waren keine
verbindlichen Brandschutzabstände festgesetzt. In § 6 wurde lediglich gefordert,
"... die Wohngebäude von andern Wirthschaftsgebäuden möglichstermaaßen zu
separiren ...". Abstände zwischen den Höfen und den rückwärtigen Scheunen
wie in Kuschkow waren also nicht nötig. Vermutlich hat aber die Erinnerung
an den großen Dorfbrand von 1790 dazu geführt, dass freiwillig auf große
Abstände geachtet wurde. Für die ehemals preußischen Teile der Provinz
Brandenburg waren dagegen bereits 1826 durch Publikandum der Königlichen
Regierung zu Potsdam Mindestabstände zwischen Wohngebäuden und Ställen
(30 Fuß = 9,42 m) bzw. Scheunen (60 Fuß = 18,83 m) festgesetzt, sofern
diese mit brennbaren Dachdeckungen errichtet wurden (siehe im
Literaturverzeichnis bei Rönne 1846).
Aus dem Kartenbild ergibt sich, dass vor der allgemeinen Umbau- und
Modernisierungswelle um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Kuschkow
offenbar die meisten Wohnhäuser an einer der beiden Hofseiten standen
mit der Schmalseite (also der Giebelseite) und geringem Abstand zur
Straße, jedoch nicht mit dem Hauseingang an der Giebelseite wie beim
Brandenburgischen Giebelflurhaus sondern nur mit einem traufseitigen
Eingang vom Hof aus. Giebelseitig zur Straße befanden sich Wohnräume /
Kammern, davor ein winziger Vorgarten. Das nachfolgende Foto zeigt ein
Beispiel. Es handelte sich somit um giebelständige Querflurhäuser,
errichtet als Fachwerkbauten. Nach den Darstellungen auf der Karte
standen diese Gebäude mehrfach direkt an der linken oder rechten
Grundstücksgrenze, weshalb es in diesen Fällen wohl keinen quer
durchlaufenden Flur gab, weil ein Hinterausgang auf das
Nachbargrundstück geführt hätte. Man betrat diese Häuser über einen
kleinen Vorraum oder Stichflur mit der Treppe zum Dachraum, dahinter
befand sich entweder eine Kammer oder die Küche, die dann eigene Fenster
hatte und somit keine "Schwarze Küche" mehr war. Gekocht wurde auf
offener Feuerstelle unter einem Rauchfang. Die Küche war rauchfrei und
konnte gleichzeitig als Wirtschafts-
und Aufenthaltsraum genutzt werden. Wie die typische Raumgliederung eines solchen Gebäudes
aussah, zeigt die Zeichnung von 1775 weiter unten.
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Wohnhaus Dorfstraße 16 (heute Dorfanger 16), ein quer
erschlossenes Bauernhaus um 1800-1840 in Giebelstellung
zur Straße, wohl mehrfach umgebaut, im Kern ein Doppelstubenhaus. Ein
Fachwerk-Wohnhaus mit jetzt unverputzter Lehmstaken-Ausfachung
(ursprünglich oder erst später verputzt ?), zweifach verriegelt,
auf niedrigem Feldsteinsockel mit Ziegeldeckschicht. Zweiflügelige
original erhaltene Haustür als Vierfüllungstür mit Außenfutter und
Außenbekleidung, gesimsartig ausgebildeter Kämpfer, Oberlicht
zurückgesetzt mit feinen Gittersprossen. Satteldach mit älterer
Flachpfannen-Dachdeckung und einer Reihe Reparaturdeckung über der
Traufe, ohne Dachrinne (also mit einer echten Traufe), ursprünglich
hatte das Haus vermutlich eine Stroh- oder Reetdeckung. Die beiden
Schornsteine über dem Flurbereich könnten (müssen aber nicht) aus
dem Umbau einer ehemals zentralen "Schwarzen Küche"
hervorgegangen sein. Am rückwärtigen Giebel wurden später massive
Wirtschaftsgebäude angebaut, eventuell als Ersatzbauten für ehemalige
Anbauten aus Fachwerk. Zur Straßenseite hinter den rechten vier
Gefachen des Gebäudes befindet sich ein Wohnraum, hinter den
linken zwei Gefachen eine Kammer (kleine Hochkammer über einem
Hochkeller mit zwei Kellerluken).
Es handelt sich um das letzte noch weitgehend original erhaltene Fachwerkhaus des
Dorfes und vermutlich das einzige Gebäude im Dorfkern, welches den großen Brand von
1857 überlebt hat. Eventuell ist es schon mit dem Wiederaufbau des Dorfes nach dem
vorhergehenden großen Brand von 1790 entstanden. Das Haus entspricht hinsichtlich seiner Stellung
auf dem Grundstück der oben beschriebenen alten Hofgestaltung (auf der Separationskarte
oben Hof Nr. 6), ein für die Dorf- und Baugeschichte von Kuschkow außerordentlich
interessantes und erhaltenswertes Gebäude. Baudenkmal; zum Aufnahmezeitpunkt Leerstand mit
starken Verfallserscheinungen. Fotograf: Norbert Rauscher,
Aufnahmedatum: 12.4.2009
Bei dem Volkskundler Lotar Balke (1994, siehe Literaturverzeichnis unten) gibt
es ab Seite 94 einen ausführlichen Überblick zur Baugeschichte
der ländlichen Wohngebäude ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der
Niederlausitz: "... Die Mehrzahl der stets quergegliederten
Wohnhäuser besaß neben einer aus Flur und Schwarzer Küche gebildeten
Mittelzone lediglich eine große Stube mit teilweise unterkellerter
Kammer auf der einen und einen Stall- oder Speicherteil auf der anderen
Seite. ... So behielt nach 1830/40 nur noch die große Zahl der kleineren
Bauern den Stallteil im Hause. Auf den größeren Bauernhöfen dagegen
entstanden immer häufiger separate Stallgebäude, im ehemaligen
Wirtschaftstrakt des Wohnhauses befand sich nun des öfteren eine
Altenteilunterkunft. In den Wohnhäusern der landarmen oder landlosen
Dorfbewohner, der sogenannten unterbäuerlichen Schichten, entfiel
seitdem ebenfalls der Stallteil. An dessen Stelle trat zunehmend eine
zweite, nun vermietbare Wohnung." ... Durch allgemeinen wirtschaftlichen
Aufschwung und Veränderungen im Baugewerbe begann man ... "nach und
nach, die alten Wohn- und Wirtschaftsgebäude durch neue zu ersetzen. Es
entstanden größtenteils aus gebrannten Lehmziegeln errichtete Bauten,
die nur selten verputzt wurden. Auffällig ist, daß der Grundriß der
Wohnhäuser zunächst weitgehend dem überlieferten Muster entsprach,
allerdings mit größeren Ausmaßen (auch in der Höhe) und von vornherein
mit einer großen Kammer. Zu den Neuerungen zählten ferner die engeren
Schornsteine anstelle der offenen Rauchschlote. Dadurch wandelte sich
die Schwarze Küche zur rauchfreien 'weißen Küche' ... Beachtenswert ist
ferner, daß anstelle der älteren Vorratskammern nun massive, wenn auch
wegen des hohen Grundwasserspiegels relativ niedrige Keller üblich
wurden, worüber sich stets Aufkammern mit einer Raumhöhe von etwa 1,80
bis 2,00 m erhoben."
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Entwurf von 1775 für ein Fachwerk-Wohnhaus in
Schönow bei Teltow, als Beispiel für die um 1800 typische Raumgliederung
eines traufseitig erschlossenen Doppelstubenhauses ohne Durchgangsflur.
Bildquelle: © Brandenburgisches
Landeshauptarchiv (BLHA), Signatur: Rep 2 Kurmärkische Kammer D Nr. 15578,
Bl. 31r-33r, Entwurfsverfasser: Seidel, Kurmärkische Kammer; zu finden
bei Thomas Schmidt (siehe Literaturverzeichnis). Die Küche hat hier einen
Hinterausgang, der bei Grenzbebauung (wie in Kuschkow verbreitet) nur
ein Fenster sein konnte und damit weniger praktisch. Die Kammer hinten
links konnte als Hochkammer errichtet werden, unter der ein von der Küche
aus zugängiger Hochkeller lag, ein nur zur Hälfte eingetiefter Keller.
Grundrissmaße: 40 x 36 preußische Fuß = 12,55 x 11,30 Meter. Obwohl der
Entwurf im preußischen Brandenburg entstanden ist, dürfte es keine
prinzipiellen Unterschiede zur sächsischen Niederlausitz gegeben haben,
besonders zur nördlichen Niederlausitz.
Ob dieser Gebäudetyp ursprünglich in Kuschkow nur auf einer Giebelseite (zur Straße hin) zum
Wohnen genutzt wurde und sich auf der anderen (hinteren) Seite des Flurs Ställe
befanden, lässt sich nicht mehr feststellen, es gibt keine Belege; um
1800 war diese Grundrissaufteilung jedoch noch weit verbreitet. Als reine Wohngebäude
sind einige der Häuser für Kuschkow auf historischen Fotos dokumentiert, die bisher bekannten
Bilder werden hier auf der Webseite gezeigt. Dazu gehören:
- Dorfstraße 16 (Fachwerk, in Verlängerung mit massiven Anbauten; siehe oben)
- Dorfstraße 10 (altes Wohnhaus zur Schmiede Jäzosch, Massivbau, später durch Neubau ersetzt)
- Kirchstraße 3 (Fachwerk, später massiv umgebaut)
- Alte Straße 2 (Hof Kunze, Fachwerk)
- Gröditscher Straße 6 (Hof Schneider, Massivbau)
Bei den Häusern Alte Straße 2 und Kirchstraße 3 erkennt man auf den Fotos, dass der
jeweils hintere Gebäudeteil bereits massiv ausgeführt war. Das könnte darauf hindeuten,
dass sich dort ehemals Ställe befanden, die später ausgelagert wurden. Weil tierische
Ausscheidungen sehr stark den Verfall von Fachwerk beschleunigen, wurden diese ehemaligen
Stallteile der Häuser häufig ganz abgebrochen, massiv ersetzt und danach zu Wohnraum
umgenutzt. Der vordere, schon immer als Wohnraum genutzte Gebäudeteil blieb als Fachwerk
vorerst erhalten.
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Wohnhaus Alte Straße 2 (damals noch Koinzstraße ?) in
einer Aufnahme um 1960. Gut sichtbar ist die noch vorhandene
traditionelle Fachwerkkonstruktion, der linke (hintere) Hausteil ist offenbar
bereits massiv erneuert. Im Vordergrund die Hochzeit Elfriede Kunze + Otto Kusig,
der Hochzeitszug trifft gerade vor dem Hochzeitshaus ein. Weitere Fotos und
Informationen dazu auf den Hochzeitsseiten. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)
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Wohnhaus Kirchstraße 3 in einer Aufnahme um
1949.
Ein Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach vermutlich aus der Zeit um 1800, der rechte
(hintere) Hausteil ist bereits massiv erneuert. Auch dieses und das Haus Alte
Straße 2 hatten jeweils zwei zentrale Schornsteine, was auf ehemals vorhandene
"Schwarze Küchen" hindeutet. Vermutlich in den 1950er Jahren wurde der
verbliebene Fachwerkteil umgebaut, das gesamte Fachwerk wurde ersetzt durch
Ziegelsichtmauerwerk (eventuell wurde nur eine zusätzliche Ziegelwand vor dem
Fachwerk aufgemauert ?). Auf der Startseite ist das Haus auf einem Foto aus
dem Zeitraum zwischen 1961 und 1972 bereits als Ziegelbau zu sehen. Im
Vordergrund ein Hochzeitszug mit dem Brautpaar auf dem Weg zur Kirche, der
erste Damenführer vorn rechts ist Manfred Jäzosch, noch unverheiratet.
Um welche Hochzeit es sich handelt, konnte nicht mehr ermittelt werden.
Ab etwa 1850 wurden die Fachwerkbauten nach und nach abgebrochen und durch
Mauerwerksbauten ersetzt, anfangs offenbar noch in gleicher Form und Stellung
auf dem Hof als massive Ersatzbauten, danach zunehmend als zeitgemäße
("moderne") massive Neubauten in Traufstellung zur Straße mit
meist symmetrisch gegliederter Straßenfassade und mittigem Hauseingang,
der später häufig noch durch eine hölzerne Vorlaube betont wurde. Dabei
handelte es sich fast immer um Querflurhäuser mit einem Durchgangsflur
und Hinterausgang zum Hof. Mehrere dieser Gebäude sind in historischen
Fotografien auf den Kuschkow-Webseiten zu sehen, Beispiele siehe weiter
unten. Auch viele der Hochzeitsfotos sind vor diesen Häusern entstanden.
Mit der Drehung der Wohngebäude von der Giebelstellung zur Traufstellung
war eine deutlich sichtbare Änderung des Ortsbildes verbunden und eine
Angleichung der Baugestaltung zwischen den ehemals brandenburgischen und
sächsischen Landesteilen in der neuen Provinz Brandenburg, verstärkt
durch eine nunmehr einheitliche Baugesetzgebung.
Hauptgrund für die baulichen Änderungen im Ortsbild von Kuschkow dürfte
jedoch der große Dorfbrand vom 19. Juni 1857 gewesen sein, dem 30 Gehöfte
mit insgesamt 133 Gebäuden zum Opfer fielen, ein einschneidendes Ereignis
mit erheblichen Folgen für die weitere bauliche Entwicklung des Dorfes.
Angaben zum Brandgeschehen in Kuschkow gibt es auf der Sonderseite zur Feuerwehr.
Die Separationsdokumente, bestehend aus Karten, Verhandlungsprotokollen und
Verträgen, liefern nicht nur interessante Hinweise zum äußeren Bild des Dorfes
sondern auch Informationen zu Kultur und Leben in der damaligen Zeit. Im Jahr
1838 erfolgte die Eigentumsverleihung der bäuerlichen lassitischen Nahrungen
an die damaligen Besitzer. Dieser Prozess basierte auf Angaben des Dorfrichters,
weil zu diesem Zeitpunkt noch keine Vermessungsunterlagen vorhanden waren. Erst
1842 wurde im Rahmen der Separation die Gemarkung vermessen und die Separationskarte
erstellt, kopiert (aber nicht verändert) 1857; weitere Angaben auf den Sonderseiten
zur Separation. Die Gemeinheitsteilung erfolgte 1844 auf Grundlage dieser Vermessung.
Die Separationskarte ist somit vor dem verheerenden Brand von 1857 entstanden,
dem fast das komplette Dorf zum Opfer fiel. Die Anordnung der Gebäude auf den
Höfen zeigt den letzten Zustand vor dem Brand.
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Hof Schneider um 1955-1960 an der
äußeren Gröditscher Straße 6 (zum Aufnahmezeitpunkt
noch alte Hofnummer 52) ‒ ein für die Region typischer offener
Dreiseithof mit freistehenden Einzelgebäuden, das giebelständige
Wohnhaus noch unverputzt mit Ziegelfassade und mit der alten
hölzernen Eingangs-Vorlaube zur Hofseite, die 1964 abgebrochen
und durch einen massiven Vorbau ersetzt wurde. Rechts ein großes
Wirtschafts- und Stallgebäude, welches die an der Rückseite des Hofes
stehende Scheune verdeckt. In dem der Straße zugewandten vorderen Teil
des Gebäudes befand sich ehemals das Altenteil, erkennbar auch an dem
vorhandenen Schornstein. Straßenseitig ist die Hoffläche durch einen
hohen Bretterzaun geschlossen. Auch die Höfe im Dorfkern waren nach
diesem Prinzip gegliedert. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)
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Wohnhaus Dorfstraße 67 (heute Dorfanger 10), fotografiert
im Mai 1926, das alte Wohnhaus neben der Jäzosch-Schmiede
am Ortsausgang in Richtung Dürrenhofe, ein Massivbau in Giebelstellung zur
Straße mit traufseitigem Eingang vom Hof aus (ganz links im Bild), später
durch Neubau ersetzt. Interessant ist, dass hier vermutlich aus finanziellen
Gründen nur die Giebelseite (Schauseite) verputzt und durch Ritzquaderung
verziert wurde, die Hofseite war unverputzt. An dieser Stelle steht heute das
Haus Dorfanger 10. Im Vordergrund die Brüder Franz Jäzosch
und Arnold Jäzosch. Weitere Angaben zur Familie Jäzosch
und den Gebäuden dieses Hofes siehe auf der Schmiedeseite.
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Hof Dorfstraße 3 (heute Dorfanger 3, auf der
Separationskarte oben Hof Nr. 48) im April 1925,
hier noch im älteren Zustand ohne Vorlaube, die Dorfwaage ganz
links vor dem Giebel des Stallgebäudes ist aber bereits vorhanden.
Auf der Startseite ist das Haus mit Vorlaube zu sehen. Kinder auf der
Dorfstraße, der Junge in der hinteren Reihe links ist Arnold Jäzosch.
Das Foto ist aus baugeschichtlicher Sicht sehr interessant, weil es
eines der Bauernhäuser noch im ursprünglichen Zustand zeigt. Das Haus
könnte aus der Zeit um 1860-1880 stammen, wenn man die Fassade unter
gestalterischen Gesichtspunkten betrachtet. Zu sehen ist ein für diese
Zeit typisches großes massives Bauernhaus mit symmetrisch gegliederter
Putzfassade, Kellersockel und Drempel mit kleinen Drempelfenstern als
"Blindfenster" (geschlossene Fensternischen nur mit gestalterischer
Funktion) jeweils mittig über den Hauptfenstern. Alle Tür- und
Fensteröffnungen mit Segmentbögen und Stuckrahmungen mit gerader
Verdachung, vierflügelige Fenster mit Sprossenteilung in den Unterflügeln,
ein Fenster als Blindfenster. Ursprünglich waren die Fenster mit Klappläden
ausgestattet, die Haken sind noch vorhanden. Die Fassadenfläche wurde mit
Putzquaderung gestaltet (auf dem Foto kaum erkennbar). Die gesamte Fassade
befindet sich in schlechtem Zustand, was nicht verwundert, weil das Satteldach
wie damals üblich keine Dachrinne hat sondern eine echte Traufe, nur
über dem Eingang ist ein kurzes Rinnenstück als Personenschutz eingebaut.
Es handelt sich um die Westseite des Gebäudes, also die Hauptwetterseite,
bei Regen und Wind ist das gesamte Regenwasser von der Dachfläche über
die Fassade abgeflossen. Bei der Dachdeckung scheint es sich um eine
Biberschwanz-Kronendeckung zu handeln. Gut zu sehen ist auch, dass die
Dachlatten an den Giebelseiten durch untergelegte flache Holzkeile
leicht angehoben wurden, damit das Regenwasser auf der Dachfläche
verbleibt und nicht über die Giebelkanten abtropft.
Weitere Häuser dieser Art werden auf den anderen Seiten gezeigt, so z.B.
auf der Startseite die ehemalige Gaststätte "Zur Linde" mit
Saalanbau in der Dorfstraße 5 (heute Dorfanger 5) oder das folgende
Haus Dorfstraße 11 (Haus Elsner).
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Haus Elsner, Dorfstraße 11, am Ortsausgang nach
Dürrenhofe um 1925, der Junge auf dem Zaunsockel
hinter den Mädchen ist Arnold Jäzosch. Die Aufnahme ist vermutlich
im Mai 1925 entstanden. (Foto: Familienarchiv Elsner/Müller). Weitere
Informationen und Fotos zu diesem Haus und der Familie Elsner gibt
es auf der Seite Verschiedenes Teil 1.1.
Das massive Wohnhaus ist ein für die Gründerjahre um 1860-1880 typisches
brandenburgisches Bauernhaus mit Kellersockel, symmetrisch gegliederter
Fassade, dezenten Stuckverzierungen und einer Fledermausgaube mit
Sprossenfenstern über dem Eingang, davor ein großes Eingangspodest
mit gemauerter Brüstung unter einem verzierten Satteldach auf Eisenstielen
‒ eine Eingangslaube in ungewöhnlicher Ausführung. Allgemein üblich
waren sonst in Kuschkow vollständig aus Holz gefertigte Eingangslauben.
Links an der Giebelseite des Wohnhauses sieht man einen kleinen Vorbau als
direkten Kellerzugang, ein sogenannter Kellerhals, wie er
auch gegenüber auf dem Schmiedehof bis heute existiert. Im städtischen Raum
waren diese Kellerhälse teilweise schon seit Jahrhunderten ein Ärgernis, weil
sie in den öffentlichen Straßenraum hinaus gebaut wurden, die Bürgersteige
blockierten bzw. in engen Gassen den Straßenraum einengten. Schon in der
"Bauordnung der Stadt Berlin" von 1641 wurde z.B. die Zulässigkeit
von außenliegenden Kellerhälsen in den §§ 2 und 3 reglementiert. Das
"Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten" von 1794 enthielt
vergleichbare Regelungen (Teil1, Titel 8, § 79). In den ländlichen Regionen
Brandenburgs und der Niederlausitz wurden außenliegende eingehauste
Kellerhälse auch an Wirtschaftsgebäuden teilweise noch bis in die 1930er
Jahre errichtet.
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Die spätere Gaststätte Koschack und heutige Gaststätte
"Zum grünen Baum" im Dorfzentrum auf einer Ansichts-Postkarte
um 1890-1900, eine der ältesten bekannten Fotografien dieses
Gebäudes (Bildquelle: © Museum Schloss Lübben,
Museumsarchiv, mit freundlicher Genehmigung fotografiert von Doris Rauscher am
18.11.2024); weitere ortsgeschichtliche Angaben dazu gibt es auf der Startseite.
Auch bei diesem Gebäude handelte es sich vermutlich um ein ehemaliges Bauern-Wohnhaus,
das erst nachträglich (anfangs nur teilweise ?) zur Gaststätte umfunktioniert wurde.
Die Haustür befand sich traufseitig an der späteren Kirchstraße (zum Aufnahmezeitpunkt
hießen noch sämtliche Straßen in Kuschkow "Dorfstraße"), auf dem Foto gut
zu erkennen. Das Gebäude war vollständig aus Ziegel-Sichtmauerwerk errichtet,
Erdgeschoss-Fenster mit Segmentbögen, Giebelfenster mit Rundbögen, auf Deckenhöhe
ein schmaler Zierfries ("Zahnfries") ebenfalls aus Ziegeln.
Ziegelbauten: In Kuschkow gab es nie eine Ziegelei. Die Ziegel
("Backsteine") für die in Kuschkow mit Beginn der preußischen Zeit zunehmend
errichteten Massivbauten dürften zumindest bei den älteren Gebäuden alle aus Ziegeleien
der näheren Umgebung stammen. Anfangs wurden noch Fachwerkbauten mit Ziegelausfachung
errichtet, spätestens ab Mitte des 19. Jahrhunderts nur noch Massivbauten als reine
Ziegelbauten, besonders Wirtschaftsgebäude fast immer unverputzt als Sichtziegelbauten.
Um 1900 gab es in der Umgebung von Kuschkow die folgenden kleinen Ziegeleien, die
meist im Handbetrieb arbeiteten; Angaben unter anderem nach Georg Volger (siehe
Literaturverzeichnis unten), Horst Hartwig (https://www.horsthartwig.de/ad_main_a_d.htm)
und Ziegelei-Map (https://www.zglmap.de):
- Pretschen: Carl Paschke, Rittergutspächter; Ziegelei im Handbetrieb
- Gröditsch: Wilhelm Albrecht; Ziegelei im Handbetrieb
- Gröditsch: Feodor Münchenberg, Lehngutbesitzer; Ziegelei im Handbetrieb
- Groß Leuthen (Gut / Schloss Leuthen): Baron Emil von Gutzmerow, Standesherr; Dampfziegelei
- Biebersdorf: E. Wedell; Ziegelei im Handbetrieb (bereits 1856 bei Berghaus erwähnt)
- Wittmannsdorf (Rittergut): Wilhelm Schwietzke; Kalkbrennerei (Lieferant für Maurer und Dachdecker)
Die Standorte der Ziegeleien waren auf den damaligen topographischen Karten eingetragen
und mit "Zgl." gekennzeichnet, siehe dazu z.B. auf der Startseite
die Karte "Kuschkow in seiner Umgebung um 1901". Erst ab 1902 konnten Ziegel und andere
Baustoffe auch aus größerer Entfernung angeliefert werden über die neue Eisenbahnstrecke
mit Bahnhöfen in Groß Leuthen und Krugau.
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Haus Richard Jäzosch mit der alten Anschrift
Dorfstraße 66 (heute Dorfanger 9), fotografiert im April
1925; rechts der Beginn der Straße nach Dürrenhofe. Wie
man sieht, war die Dorfstraße zu dieser Zeit bereits gepflastert. Vor
dem Haus stehen Margarete Jäzosch (links, mit ihren kleinen Geschwistern)
und Bernhard Jäzosch (rechts), Cousine und Cousin. Der junge Mann in der
Mitte konnte nicht ermittelt werden. Weitere Angaben zur Familie Jäzosch
gibt es auf der Sonderseite "Die Schmiede der Familie Jäzosch".
Das Wohnhaus mit symmetrisch gegliederter Putz-Stuck-Fassade
wurde als Neubau auf dem Schmiedegrundstück der Familie Jäzosch wohl kurz
nach 1900 errichtet, auf dem Messtischblatt von 1903 ist es noch nicht
vorhanden. Das Haus ist ein für Brandenburg typisches ländliches Wohngebäude
der späten Gründerzeit (Zeit des Historismus) mit hohem Kellersockel und
Drempel, Haustür und Fenster mit aufwendigen Stuckrahmungen und Verdachungen
mit Segmentbogengiebel über der Tür und Dreiecksgiebeln über den Fenstern,
das Satteldach gedeckt mit Doppelmulden-Falzziegeln und wie damals noch
üblich ohne Dachrinne (also mit einer echten Traufe), nur über dem Eingang
befindet sich ein kurzes Rinnenstück mit Wasserspeier. An der Giebelseite
gibt es ein Blindfenster / Blendfenster, die Normalfenster an dieser
Hausseite sind mit modernen Rollläden hinter Jalousieblenden
("Lambrequins") ausgestattet. Vor dem Haus steht die große
"Friedenseiche" noch ohne Gedenktafel am Stamm (siehe dazu
im Vergleich die Hochzeitsbilder auf der Sonderseite).
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Dorfschule Kuschkow, Kirchstraße 5 im Zustand um
1957, errichtet
1851, neu verputzt 1928, später noch gering verändert. Ein Gebäude,
welches nach den gleichen Grundsätzen gebaut wurde wie die zur damaligen Zeit
modernen Querflur-Wohnhäuser in der Dorfstraße: Traufstellung zur Straße,
symmetrisch gegliederte Fassade, mittiger Hauseingang zum Durchgangsflur mit
Hinterausgang, beidseitig neben dem Eingang jeweils aus gestalterischen Gründen
ein Blindfenster und zwei Normalfenster, dabei rechts noch mit den alten
Kreuzstockfenstern. Die ursprüngliche Fledermausgaube über dem Eingang war
zum Aufnahmezeitpunkt bereits durch eine größere Schleppgaube ersetzt, auch
die Fenster im Dachgiebel waren verändert. Die alte Fledermausgaube und
die ursprünglichen Fenster sind noch auf dem Schulbild von 1938 zu sehen
(siehe die Schulseiten mit zusätzlichen Angaben), die rechte Giebelseite
auf der Postkarte von 1922 sieht man auf der Startseite. Das 1851 errichtete
Gebäude hatte um 1957 noch immer keine Dachrinne, die Auswirkungen des
abfließenden Regenwassers sind an der Putzfassade zu sehen. Im linken
Gebäudeteil befand sich unten das große Schulzimmer, rechts vom Eingang
ehemals die Lehrerwohnung, zum Aufnahmezeitpunkt wurde jedoch im
ehemaligen Wohnraum ebenfalls unterrichtet. In der Nachkriegszeit
war die Lehrerwohnung reduziert auf das Dachgeschoss. Weitere Angaben
zu diesem Gebäude verbunden mit einer einfachen Grundrisszeichnung
gibt es auf den Schulseiten.
Von den alten bäuerlichen Wirtschaftsgebäuden aus der
Zeit der Separation sind heute auf den Höfen keine mehr erhalten, sie
wurden alle ab etwa 1850 durch Massivbauten ersetzt, zumeist aus
Ziegelsichtmauerwerk. Allgemein hat der Ersatz dieser Wirtschafts- und
Nebengebäude vor den Ersatz- bzw. Umbauten der Wohnhäuser begonnen, weil
die Wirtschaftsgebäude als Existenzgrundlage für die Landwirte wichtiger
waren als die Wohngebäude. Zuerst musste gut gewirtschaftet werden, erst
dann konnte man sich gutes Wohnen leisten. Außerdem war es jetzt durch den
Massivbau möglich, auch die Scheunen unmittelbar am Hofraum (zumeist an
der Rückseite) zu errichten. Fachwerkscheunen waren unter anderem aus
Brandschutzgründen bis dato nur mit Abstand zu den übrigen Gebäuden der
Höfe im hinteren Bereich der Wörden (hofgebundenes Gartenland) zulässig,
siehe Separationskarte ganz oben.
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Wirtschaftsgebäude zum Hof der Jäzosch-Schmiede an der äußeren Dorfstraße um
1925 mit Blick in Richtung Dürrenhofe, dabei parallel / traufständig
zur Straße die alte zweistöckige Stallscheune (oder Stallgebäude mit Heuboden) als
Fachwerkbau wohl noch aus der Zeit um 1800-1850, links davon ein weiteres Wirtschaftsgebäude
(Scheune, schon als Massivbau ?). Hinter dem Fachwerkbau ist die Giebelspitze vom alten
Schmiede-Wohnhaus zu sehen (siehe oben). Eines der ganz wenigen Fotos mit einem alten
Wirtschaftsgebäude aus Fachwerk im Dorfgebiet, leider nur in schlechter Qualität erhalten.
Weitere Informationen zu diesem Hof und der Familie Jäzosch gibt es auf der Sonderseite
zur Schmiede.
Das
ehemalige Backhaus zum Hof Wilke / Weiher
in der Pretschener Straße 15 um 1955-1960. Leider ist das Foto
nur in sehr schlechter Qualität erhalten. Die kleinen eingehausten bäuerlichen
Backöfen waren in vielen Dörfern der Niederlausitz zu finden, sie sind heute
nur noch in seltenen Fällen in der ursprünglichen Form funktionsfähig erhalten.
Die Aufnahme stammt aus dem Archiv des Kuschkower Hobbyfotografen Günter Weiher.
Der Backofen bzw. das kleine Backhaus unter Satteldach mit Schornstein
stand in diesem Zustand am hinteren Rand des Hofraums an der Feldseite im
erforderlichen Abstand zur Scheune. Schon zu kursächsischer Zeit durften
Backöfen nur mit einem bestimmten Sicherheitsabstand zu den übrigen
Hofgebäuden errichtet werden. In der Kurmark Brandenburg mussten
Backöfen in den Dörfern seit 1794 eine Entfernung von mindestens 50
Schritten (= ca. 38 m) zu den nächsten Gebäuden einhalten, siehe im
Literaturverzeichnis unten: "Verordnung wegen besserer Einrichtung
der Backöfen ...". Diese Vorschrift galt nach 1815 (mit Übergangsfrist)
auch für die neue Provinz Brandenburg und damit die Niederlausitz.
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Quellen- und Literaturverzeichnis
Hinweis: Hier finden Sie nur Literaturangaben zum Inhalt dieser Seite im
weitesten Sinne. Das allgemeine Literaturverzeichnis zu Kuschkow und der
Niederlausitz als Thema der gesamten Website finden Sie auf der Hauptseite
(Startseite, siehe hier:
►).
Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten (ALR) von 1794. Textausgabe. Mit
einer Einführung von Hans Hattenhauer und einer Bibliographie von Günther Bernert. Alfred Metzner Verlag, Frankfurt
am Main / Berlin 1970. Ca. 19.000 Paragraphen auf 728 Seiten. Teil 2, Titel 7 "Vom Bauerstande" enthält das
Dorfrecht. 1804 erschien eine neue Auflage des ALR in vier Bänden mit einigen eingearbeiteten Aktualisierungen und
Änderungen; digital zu finden beim Münchener DigitalisierungsZentrum der Bayerischen Staatsbibliothek.
Balke, Lotar: Bauen und Wohnen in Heide und Spreewald.
Vom Wandel Lausitzer Volksarchitektur im 20. Jahrhundert. Schriften des
Sorbischen Instituts. Domowina-Verlag Bautzen 1994. Ab Seite 94:
Wesensmerkmale und Entwicklungstendenzen traditioneller ländlicher Bau-
und Wohnweise bis 1945.
Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmaldatenbank,
im Internet zu finden unter ns.gis-bldam-brandenburg.de/hida4web/search (siehe direkt hier:
►)
Brandenburgisches Landeshauptarchiv ‒ BLHA, im Internet unter https://blha.brandenburg.de
(siehe direkt hier: ►) mit
Rechercheangeboten zu sämtlichen historischen Dokumenten der brandenburgischen Landesgeschichte. Viele
der Dokumente sind inzwischen digitalisiert und per Internet frei zugängig, auch diverse Fachbücher kann
man sich als PDF-Dateien herunterladen.
Chronik der Gemeinde Kuschkow. Erarbeitet 2002 von Birgit Martin als ABM-Leistung im Auftrag
der Gemeinde Kuschkow. Umfangreiche Loseblattsammlung in einem Ordner, aufbewahrt und weiterverarbeitet zur
gedruckten Chronik durch Familie Gerhard Scheibe 2003 (siehe nächste Position).
Chronik der Gemeinde Kuschkow. Herausgegeben von der Gemeindevertretung Kuschkow zur
675-Jahrfeier 2003; Redaktion und inhaltliche Bearbeitung durch Familie Gerhard Scheibe; Kuschkow 2003
Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. Aktuelle Bearbeitung
durch Autorengruppe im Auftrag der Dehio-Vereinigung; Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2000; Seite 553
Gebbert, Thomas / Hartmann, Dietwalt / Reichert, Frank: Aufnahme und Darstellung der Ortslagen in den
Separations- und Katasterkarten der östlichen Provinzen Preußens. Enthalten in: FORUM. Zeitschrift des
Bundes der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure e.V. (BDVI), Berlin, Heft 3/2018; Seiten 28-39
Gentzen, Udo: Verborgene Orte. Spurensuche auf Separationskarten. Enthalten in: Vermessung
Brandenburg, Heft 1/2020, herausgegeben vom Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg
(MIK), Potsdam 2020; Seiten 4-35. Als PDF zu finden auf der LGB-Website unter
https://geobasis-bb.de/sixcms/media.php/9/vbb_120.pdf (Stand: 21.7.2022)
Gröditsch 1004 bis 2004. 1000 Jahre Gröditsch. Chronik eines Dorfes im Spreewald.
Herausgegeben anläßlich der 1000-Jahrfeier vom Festkomitee. Bearbeitet von Heidi Barwar
und Peter Lohmann unter Verwendung von Beiträgen anderer Autoren;
Gröditsch 2004 (im Eigenverlag).
Kaak, Heinrich: Geschichte des Dorfes in Brandenburg vom Mittelalter
bis zur Gegenwart. Brandenburgische Historische Kommission e.V.,
Potsdam 2010; separat publiziert als "Leitfaden für Ortschronisten in
Brandenburg". Als PDF auf der Website des Brandenburgischen
Landeshauptarchivs unter https://blha.brandenburg.de
Krünitz, Johann Georg: Oeconomisch-technologische Encyklopädie, oder allgemeines System der
Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft und der Kunstgeschichte, in alphabetischer Ordnung. 242 Bände. Mit
Königlich Preußischen und Churfürstlich Sächsischen Privilegien. Berlin, 1773-1858, bey Joachim Pauli, Buchhändler.
Vollständig digitalisiert von der Universitätsbibliothek Trier unter www.kruenitz1.uni-trier.de (siehe direkt
hier: ►)
Lehmann, Rudolf: Quellen zur Lage der Privatbauern in der Niederlausitz
im Zeitalter des Absolutismus. Deutsche Akademie der Wissenschaften zu
Berlin, Schriften des Instituts für Geschichte, Reihe II, Landesgeschichte Band 2.
Akademie-Verlag, Berlin 1957. Behandelt wird der Zeitraum zwischen 1650 und 1821.
Als Digitalisat zu finden bei "Sachsen.digital" unter https://sachsen.digital
sowie bei "Internet Archive" (San Francisco, USA) unter
https://archive.org/details/lehmann-quellen-niederlausitz
Lübbener Kreiskalender (Kreis-Kalender) in historischen Ausgaben ab 1913 (Stand
Dezember 2022), digitalisiert als PDF mit vielen interessanten Beiträgen auch zu Kuschkow und
Umgebung, findet man auf der Website der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam unter
https://opus4.kobv.de/opus4-slbp/solrsearch/index/search/searchtype/collection/id/18476
Mascher, Heinrich Anton: Der Preußische Dorf-Schulze (Richter, Scholz). Eine systematische
Zusammenstellung aller den Geschäftskreis dieses Beamten betreffenden Gesetze und Verordnungen etc. Zum
Gebrauch für Gemeindevorsteher, deren Vorgesetzte, sowie jeden Bewohner des platten Landes. Verlag C. E. M.
Pfeffer, Halle 1857 (https://digital.staatsbibliothek-berlin.de). Betrifft die Rechtsverhältnisse mit
Stand 1857, nicht die Entstehung und historische Entwicklung des Schulzenamtes. Detaillierter Überblick
über das gesamte ländliche Kommunalrecht; Brandschutz- und Baurecht ab Seite 84, Nachtwächter Seite 90.
Neitmann, Klaus / Schröder, Kathrin / Weirauch, Kärstin: "Ist Zierde des Landes gewest"
- Lübben (Spreewald) im Spiegel archivalischer Quellen. be.bra wissenschaft verlag GmbH,
Berlin-Brandenburg 2006 (Veröffentlichung des Brandenburgischen Landeshauptarchivs ‒ BLHA). Als PDF auf der
Website des BLHA unter https://blha.brandenburg.de ‒ siehe hier: https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/93336
Neumann, Johann Wilhelm: Das Provinzial-Recht des Markgrafthums Niederlausitz in zwei Abtheilungen
nebst einer Darstellung der früheren Niederlausitzischen Verfassung, als Einleitung. Gedruckt und verlegt von
Trowitzsch & Sohn, Frankfurt a.O. 1837. Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin / Preußischer Kulturbesitz.
Darin enthalten z.B. die Dorf-Feuer-Ordnung für das Markgraftum Niederlausitz von 1781 und die General-Innungs-Articul
für Künstler und Handwerker-Zünfte von 1780 (beides mit Fortbestand auch nach 1815).
Neumann, Johann Wilhelm: Die Verhältnisse der Niederlausitzischen Landbewohner und ihrer Güter von den frühesten bis
auf die neuesten Zeiten. Ein Beitrag zum Niederlausitzischen Provinzial-Rechte. Lübben bei C. T. Gotsch, 1835. Digitalisiert von der
Staatsbibliothek zu Berlin / Preußischer Kulturbesitz. Enthält eine detaillierte Darstellung der sozialen Schichten innerhalb eines
Dorfes mit ihren unterschiedlichen Besitzverhältnissen, Rechten und Pflichten.
Rönne, Ludwig von und Simon, Heinrich: Die Bau-Polizei des Preußischen Staates; eine
systematisch geordnete Sammlung aller auf dasselbe Bezug habenden gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere der ...
Verordnungen und Reskripte, in ihrem organischen Zusammenhange mit der früheren Gesetzgebung ... Enthalten in: Die
Verfassung und Verwaltung des Preußischen Staates ... Sechster Theil. Das Polizeiwesen. Vierter Band. Das Bau- und
Wegewesen des Preußischen Staates. Erste Abtheilung. Die Bau-Polizei. Breslau, bei Georg Philipp Aderholz, 1846.
(digitalisiert von Google) Zu den Brandschutz-Abständen z.B. Seite 416
Scheibe, Gerhard: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Kuschkow, Kreis Lübben.
Kuschkow 1978 (erschienen im Eigenverlag der Gemeinde zur 650-Jahrfeier)
Schmidt, Thomas: Schönow 1600 bis 1830 ‒ geteiltes Dorf, vereinte Dorfgemeinde.
Selbstbehauptung nach außen unter dem Eindruck dreier unterschiedlicher Formen von Dorfherrschaft.
Universitätsverlag Potsdam 2025 (Dissertation 2023, online als PDF unter https://doi.org/10.25932/publishup-63673)
Schwarz, Johann Nicolaus: Wörterbuch, über die Chursächsischen, auch Ober- und
Nieder-Lausitzischen Gesetze, bis zum Jahr 1792. 5 Theile (Bände). Gedruckt mit Meinholdischen Schriften,
Dresden 1792-1794. Digitalisiert von der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle
(Saale) unter https://opendata.uni-halle.de/handle/1981185920/84161?locale=de
Sehr gut geeignet für das Studium der sächsischen Rechtsverhältnisse in der Niederlausitz vor dem
Übergang an Preußen.
Tetzner, Franz: Die Slawen in Deutschland. Beiträge zur Volkskunde ... Druck und Verlag
von Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1902 (im Internet zu finden als PDF, digitalisiert von Google);
Seiten 282-345: Die Sorben. Mit Angaben zu Dorfformen, Gehöft und Hausbau, Göttern und Geistern, Sitten
und Gebräuchen (z.B. Hochzeit, Spinnstube, Aberglaube); vieles davon ist auch in die deutschen Dörfer
eingedrungen und wurde dort gelebt, auch in Kuschkow. Die Seiten 282-345 finden Sie als Textauszug
aus dem PDF von Google direkt hier:
►
Verordnung wegen besserer Einrichtung der Backöfen in den Dörfern der Churmark.
De Dato den 16ten April 1794. Berlin, gedruckt bey George Decker, Königl. Geheimer Ober-Hofbuchdrucker.
Digitalisiert als PDF z.B. von der Staatsbibliothek zu Berlin / Preußischer Kulturbesitz oder vom
Brandenburgischen Landeshauptarchiv, siehe direkt hier:
►
Hinweis: 1 Preußische Meile = ca. 7.532 m = ca. 10.000 Schritt, Backofenabstand also: 50 Schritt
zu je 75,32 cm = ca. 38 m
Volger, Georg: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche. Erste Lieferung:
Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1896.
Ab Seite XLII: Ziegeleien in der Provinz Brandenburg; ab Seite 93: Güter im Kreis Lübben. Digitalisiert
von der Staatsbibliothek zu Berlin / Preußischer Kulturbesitz (siehe direkt hier:
►)
Website "Fotografie und Architektur" (siehe hier:
►) mit Fotos
und Informationen zu historischen Gebäuden, Dörfern und Architekturobjekten; zur Dorfgeschichte in
Brandenburg allgemein sowie in Kuschkow siehe dabei die Spezialseiten:
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 1, Kulturgut im ländlichen Siedlungsraum (siehe hier:
►)
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 2, Gebäude, Baugestaltung, Natur und Landschaft (siehe hier:
►)
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 4, Bauernhausarchitektur in Stichworten und Bildern (siehe hier:
►)
- Architekturfotos und einige Angaben zu Kuschkow (siehe hier:
►)
- Erwin Seemel: Bevölkerungs- und Wirtschaftsverhältnisse im Amt Lübben um 1720 (siehe hier:
►)
Website "md museum-digital" (https://www.museum-digital.de, siehe direkt hier:
►), eine nach
Bundesländern, Regionen, Orten und Themen sortierte Plattform, auf der große und kleine Museen
Informationen zu ihren Objekten veröffentlichen können, darunter auch Bild- und Fotosammlungen
Wegener, Fritz: Beiträge zur Chronik des Dorfes Kuschkow. Enthalten in: Lübbener
Kreis-Kalender 1927, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben
(Spreewald); Seiten 46-51 (siehe direkt hier:
►)
Wegener, Fritz: Die 600-Jahrfeier der Dorfgemeinde Kuschkow. Enthalten in: Lübbener
Kreis-Kalender 1929, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben
(Spreewald); Seite 44 (siehe direkt hier:
►;
der Name des Lehrers Wegener ist im Artikel falsch als "Wegner" angegeben)
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