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Bilddokumente und Informationen zur Geschichte des Dorfes Kuschkow aus der Spreewaldregion in der Niederlausitz
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Historische Ortsansichten ‒ Teil 2
‒ Fotos und Zeichnungen aus anderen Orten der Niederlausitz |
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Grundstück Michelchen, Dorfstraße 4,
Ausgangssituation vor Baubeginn. Blick aus dem Garten mit Bauholzlager auf
die Scheune zum Nachbargrundstück Klopsch, Dorfstraße 3, im Hintergrund das
zugehörige Wohnhaus Klopsch. Das aus dem Sägewerk angelieferte Kantholz
für den Scheunenbau ist fachgerecht gelagert mit Lagerhölzern / Stapelhölzern
zur guten Durchlüftung.
Grundstück Michelchen, Dorfstraße 4,
Ausgangssituation vor Baubeginn. Blick aus dem Garten mit Bauholzlager auf
die Wirtschaftsgebäude zum Nachbargrundstück Hilbert, Dorfstraße 5. Vorn
an der Straße stand auf diesem Grundstück das Gasthaus "Zur Linde"
(später Gaststätte "Treffpunkt"), zum Aufnahmezeitpunkt betrieben
durch Karl Hilbert zusammen mit seiner Frau Frieda. Bilder dazu gibt es
auf der Startseite.
Die alte Hofscheune, fotografiert
von der Hofseite. Im Vordergrund das Bauholzlager auf dem Hof für den
Scheunen-Neubau, im Hintergrund die alte kleine Hofscheune vor dem Abriss
im Frühjahr 1958. Ein außerordentlich interessantes Foto für die Kuschkower
Dorf- und Baugeschichte, weil hier eine der letzten Fachwerkscheunen
aus der alten Bautradition zu sehen ist mit vergleichsweise niedriger
Traufhöhe und entsprechend niedrigem Tor für die zur Bauzeit noch kleinen
Erntewagen. Es könnte sich ursprünglich auch um eine Stallscheune gehandelt
haben, bei der das Heu mit dem Erntewagen eigefahren wurde zur Lagerung
auf dem Heuboden unter dem Strohdach und späteren Verfütterung an die
Tiere. Große Dachluken zum Einbringen des Heus über eine Leiter von
außen waren bei Strohdächern nicht möglich bzw. ihr Einbau und Unterhalt
zu aufwendig und teuer. Das Gebäude könnte unter rein bautechnischen
Gesichtspunkten aus der Zeit um 1800 stammen, wahrscheinlich ist es
aber erst unmittelbar nach dem großen Dorfbrand von 1857 entstanden.
Die große Hauptscheune, fotografiert von der Rückseite
(Feldseite) aus während der Abbrucharbeiten. Auch die hintere große
Scheune wurde 1958 ersatzlos abgebrochen. Sie war größer und höher,
sichtbar an der größeren Traufhöhe im Vergleich mit dem Arbeiter
am rechten Bildrand. Baukonstruktiv war sie vergleichbar mit der
oben beschriebenen kleineren Hofscheune, sie hatte ebenfalls
Bohlenausfachung in den unteren Gefachen und vermutlich ebenfalls eine
Strohdeckung auf Stangenholz (Rundstangen, Rundhölzer, keine kantigen
Dachlatten für Dachziegel; siehe das folgende Foto). Im Hintergrund
sieht man die deutlich weiter vorn stehende Scheune auf dem
Nachbargrundstück Klopsch, etwa auf dieser Höhe befand sich auch
die kleine Hofscheune Michelchen.
Abbruch der hinteren Scheune, in der Bildmitte der
gefallene Giebel samt Verbretterung, links sind auf den Dachsparren
noch die alten Rundstangen von der Strohdeckung zu sehen. Obwohl das
Bild nicht sicher zuzuordnen ist, wird aufgrund der Bauhöhe davon
ausgegangen, dass es sich hier um die hintere Scheune handelt.
Nach dem Abriss der beiden alten Scheunen, die
Abrisshölzer lagern zur weiteren Verwertung als Brennholz, das alte Stroh
der Dachdeckung ist auf einem Wagen aufgeladen vermutlich zur Verwendung als
Einstreu für die Ställe. Im Hintergrund wieder die Scheune und weitere
Nebengebäude zum Hof Hilbert.
Beginn der Arbeiten für den Scheunen-Neubau, Materialanlieferung
mit einem kleinen LKW, Bauholzlager auf dem Hof. Aufbau des Holzständerwerks auf
dem Sockelmauerwerk mit Stabilisierung und Justierung durch Hilfslatten (Montagehilfen,
Hilfsstreben). Das Sockelmauerwerk besteht aus Natursteinquadern und Bruchstein mit
einer Decklage aus Ziegeln. Unten rechts im Bild sind die hinteren Nebengebäude auf
der rechten Hofseite (von der Straße aus betrachtet) zu sehen. Im Hintergrund hinter
dem Scheunen-Skelett erkennt man auf diesem und den folgenden Fotos den alten
Backofen zum ehemaligen Hof Görzig.
Das Scheunenskelett entwickelt sich. Die äußeren Hauptständer
(Wandständer beidseits der Toröffnungen) wurden aus jeweils drei Einzelhölzern
zusammengesetzt, in deren Fugen Blattsassen eingeschnitten wurden zur Aufnahme
der Zangen (Halbhölzer), die nach hinten die inneren Streben stabilisieren
und mit diesen mittels Schraubbolzen verbunden sind. Das Wandrähm auf
den Ständern besteht aus zwei Vollhölzern: Über den großen Toröffnungen
waren die Wandrähme gedoppelt, sie hatten an diesen Stellen gleichzeitig
die Funktion des Torbalkens (Sturzbalken). Über den äußeren
Fachwerk-Wandsegmenten des Gebäudes wurde nur ein Rähmholz (Rahmenholz)
eingebaut. Der Zimmermann oben sitzt auf dem Deckenbalken (Dachbalken)
und ist gerade dabei, die Sparrenschwelle auf den Deckenbalken
aufzusetzen. Rechts über dem Kopf des stehenden Zimmermanns sieht
man ein diagonales Brett, das als provisorische Strebe (Montagehilfe)
von innen aufgenagelt ist zur Stabilisierung der noch nicht
gesicherten Gesamtkonstruktion.
Das Dachwerk wird fertiggestellt. Die Dachsparren
werden auf die Sparrenschwellen und den Dachstuhl aufgesetzt. Oben ein
Blick von der Gartenseite, unten von der Hofseite aus, rechts im Bild
die Traufe des hinteren Nebengebäudes. Der Dachboden besteht vorerst nur
aus lose aufgelegten Brettern als begehbare Arbeitsfläche.
Blick von der Gartenseite kurz vor dem Richtfest. Ein
einfach verriegelter Fachwerkbau auf Sockelmauerwerk mit Langstreben
und drei sehr großen Tordurchfahrten bzw. Toreinfahrten. Über diesen
Toröffnungen erkennt man die gedoppelten Rähme, die hier gleichzeitig
die Funktion der Torbalken übernehmen. Im Hintergrund rechts sieht man
das Wohnhaus Michelchen, erkennbar ist ein Kellerhals unter dem Fenster
sowie eine rückseitige Eingangslaube (bei Umbau des Eingangsbereiches
später im Garten aufgestellt, dient noch immer als Hühnerstall). In
der Mitte hinter dem Fachwerkskelett ist das große zweigeschossige
Stallgebäude zu sehen, von welchem ganz unten die Fotos von der
Sanierung des Dachwerks gezeigt werden.
Richtfest und Gruppenfotos mit Bier. Auf dem oberen
Bild erkennt man den Bauherrn Kurt Michelchen als zweiten Mann von
rechts. Unten rechts im Bild wieder die hinteren Nebengebäude, die
Zuschauerin unten könnte Elfriede Michelchens Mutter sein.
Richtfest mit Richtkrone, drei Gruppenfotos mit
den neun Zimmerleuten / Bauhandwerkern jeweils mit Bierflasche. Hermann
Beyer, der Halbbruder von Elfriede, ist auf dem dritten Bild links
neben der Richtkrone deutlich erkennbar. Er lebte in jungen Jahren
ebenfalls auf dem Hof. Seine Mitwirkung am Bau belegen auch die anderen
Fotos, auf denen er jedoch unscharf abgelichtet ist.
Nach dem Richtfest, Blick von der Gartenseite. Das
Scheunenfachwerk mit Dachstuhl ist gerichtet, das Richtfest vorüber,
die Arbeiten werden fortgesetzt. Im Hintergrund links der Hof Hilbert,
hinten rechts die Wirtschaftsgebäude zum Hof Michelchen.
Fertigstellung und Abschluss der Bauarbeiten. Die
Scheune ist gerichtet, das Dach gedeckt, die Fassade mit Holzschalung
bekleidet. Der Zimmermann arbeitet im Bereich unter der Traufe, er sitzt
auf Bohlen, die auf Rüstböcken liegen. Offenbar ist er gerade dabei,
die Balkenzwischenräume zwischen Wandrähm und Fußpfette des Dachwerks
zu schließen. Zumindest im linken Bereich besteht die Wandverbretterung
aus neuer stumpf gestoßener Schalung ohne Deckleisten. Im rechten
Bereich scheinen alte Latten als Fassadenbekleidung zu dienen (oder
Deckleisten auf den Fugen der Bretterschalung ?). Die Art der
Dachdeckung ist auf dem Foto nicht zweifelsfrei erkennbar (vermutlich
Wellplatten ?) ‒ normale Dachziegel sind es jedenfalls nicht,
die sieht man rechts auf dem Nebengebäude.
Abrisshölzer des Stallgebäudes und Diskussion zwischen den
Arbeitern / Zimmerleuten, im Hintergrund hinter der Hofmauer sieht man ein
Gebäude zum Nachbargrundstück Hilbert. Die Hölzer sind offenbar teilweise
verrottet, man erkennt an einigen Stellen die alte Konstruktionstechnik
(Zapfenloch hinten an der Mauer, Holzzapfen vorn neben dem Fuß des Arbeiters,
Holznagel zur Sicherung der Zapfenverbindung in der Mitte). Die beiden
Zimmerleute sind auch auf dem obersten Foto zu sehen.
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